06. April 2018, 21:21 Uhr

Landwirte legen viele Blühflächen an

06. April 2018, 21:21 Uhr
M. Paul

Im Mittelpunkt der Vertreterversammlung des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill in Hüttenberg standen Vorstandswahlen und ein Vortrag des neuen Vizepräsidenten des hessischen Bauernverbandes (HBV), Volker Lein aus Homberg/Ohm-Bleidenrod, der auch Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Vogelsberg ist. Der Vorsitzende Manfred Paul aus Hungen-Villingen wurde einstimmig wiedergewählt. Gleiches gilt für den stellvertretenden Vorsitzenden Markus Diebel (Haiger) sowie die Beisitzer Wolfgang Busch (Brandoberndorf) und Volker Schwab (Laubach).

Zusammenarbeit mit Imkern

Als Nachfolger für den auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheidenden Vertreter der Landjugend, Ingo Schmalz aus Hungen, wurde Daniel Seipp aus Muschenheim gewählt.

Der Jahresabschluss 2017 und der Haushaltsvoranschlag 2018 wurden genehmigt. Der von Kassenprüfer Sven Görlach beantragten Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung wurde zugestimmt.

In seinem Jahresrückblick benannte Vorsitzender Paul die wichtigsten agrarpolitischen Themen, mit denen sich der Bauernverband beschäftigt hatte. Neben Glyphosat und Artenschwund waren das vor allem die Düngeverordnung und deren Umsetzung. Paul unterstrich, dass die heimischen Landwirte Pflanzenschutzmittel »verantwortungsvoll und mit nachgewiesener Sachkunde effektiv und sparsam« einsetzten. Für ein effektives Resistenzmanagement sei jedoch eine breite Wirkstoffpalette erforderlich. Der Wirkstoff Glyphosat ermögliche bodenschonende, pfluglose Anbauverfahren. Zur Behauptung, dass nach dem Einsatz dieses Herbizids keine blühenden Pflanzen mehr als Nahrungsgrundlage für Insekten vorhanden seien, sagte Paul, dass auch nach dem Pflügen keine blühende Pflanzen mehr auf dem Acker stünden. Er bedauerte, dass die Landwirtschaft wieder einmal pauschal verurteilt würde, während von anderen Ursachen für den Insektenschwund, wie der Lichtverschmutzung oder dem Elektrosmog, kaum etwas zu lesen sei.

Geschäftsführer Hans-Martin Sames berichtete unter anderem von der Aktion »Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner«. Um die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu erhöhen, haben die heimischen Landwirte Blühstreifen auf ihren Ackerflächen angelegt. Der HBV habe gemeinsam mit dem Imkerverband eine Blühmischung zusammengestellt, die eine hohe Vielfalt an Pflanzenarten enthalte, die den Wild- und Honigbienen und anderen Insekten vielfältige Nahrungsgrundlage vor allem nach dem Abblühen der Rapsfelder Ende Mai biete.

Die Bereitschaft, sich an der Kampagne freiwillig zu beteiligen, sei im Verbandsgebiet Gießen und Lahn-Dill besonders groß gewesen. Der Bauernverband habe an 27 Landwirte in 22 Gemarkungen 350 Kilogramm Saatgut ausgegeben, wodurch 350 000 Quadratmeter Blühflächen angelegt werden konnten. Für 2018 sei das Ergebnis noch überwältigender: Es wurde die fünffache Saatgutmenge verteilt, wodurch demnächst über 1,6 Millionen Quadratmeter Blühflächen gedeihen werden, sagte Sames. (Archivfoto)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Artenschwund
  • Artensterben
  • Bauernverbände
  • Düngeverordnungen
  • Glyphosat
  • Hans Martin
  • Insekten
  • Landjugend
  • Landwirte und Bauern
  • Vizepräsidenten
  • Vorsitzende von Organisationen und Einrichtungen
  • Vorträge
  • Gießen
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos