09. Januar 2018, 20:26 Uhr

Landkreis rät zu Vorsicht bei Rohmilch

09. Januar 2018, 20:26 Uhr
Vor dem Verzehr von nicht abgekochter Rohmilch wird gewarnt. (Archivfoto: dpa)

Rohmilch aus einem Automaten direkt vom Erzeuger – diesen Vertriebsweg gibt es immer häufiger. Der Landkreis Gießen weist jedoch darauf hin, dass beim Trinken von Rohmilch Vorsicht geboten ist.

Empfindliches Lebensmittel

»Kinder, Schwangere oder ältere und kranke Personen sollten auf nicht abgekochte Rohmilch grundsätzlich verzichten«, sagt Hans-Peter Stock, zuständiger Dezernent für den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz. »Aber auch für gesunde Erwachsene besteht beim Verzehr ein erhöhtes Risiko von Lebensmittelinfektionen.«

Rohmilch ist ein empfindliches Lebensmittel. Weil sie unmittelbar nach dem Melken des Tieres im Stall ohne weitere Pasteurisierung gewonnen wird, kann das Produkt mit krank machenden Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) kontaminiert sein. Außerdem können Listerien und Erreger des Q-Fiebers in die Rohmilch gelangen und schwere Erkrankungen auslösen.

Abgabeautomaten halten die Rohmilch kühl und verhindern, dass sich die Bakterien vermehren. Das Produkt kann aber bereits über das Tier oder beim Melkprozess kontaminiert worden sein. Die Kühlung selbst verringert nicht die Anzahl der Keime, sodass das Infektionsrisiko bestehen bleibt.

Zwar müssen Rohmilchabgabestellen mit dem Hinweis »Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen« gekennzeichnet sein. Vereinzelte Berichte über Ausbrüche von Lebensmittelinfektionen in Verbindung mit Rohmilchverzehr legen jedoch nahe, dass der Hinweis von den Verbrauchern nicht immer befolgt wird. Es wird vermutet, dass die Abgabe über solche Automaten zu einem geänderten Verbraucherverhalten führt, indem die Milch vor Ort getrunken und nicht erhitzt wird.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, muss die Rohmich jedoch vor dem Trinken zwingend abgekocht werden, erläutert Dr. Bruno Scherm, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz. Außerdem, sagt er weiter, dürfe die unverpackte Abgabe von Rohmilch nur direkt bei den Milcherzeugerbetrieben erfolgen (Milch-ab-Hof-Vermarktung). Eine Abgabe von unverpackter Rohmilch an Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen, Krankenhaus- oder Altenheimküchen, Einrichtungen der Schul- und Kindergartenversorgung ist ebenfalls nicht erlaubt.

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