11. Dezember 2018, 10:00 Uhr

Wohnungsbau

Krofdorf-Gleiberg: Pläne fürs Wohnen unter der Burg

Unterhalb der Burg Gleiberg wollen Grundstückseigentümer neue Wohnhäuser bauen. Doch es gibt Bedenken. Könnte aus der Ferne der Blick auf die mittelalterlichen Gemäuer beeinträchtigt werden?
11. Dezember 2018, 10:00 Uhr
Zwei kleinere Häuser sollen auf dieser Fläche maximal entstehen; ein weiteres auf dem etwas tiefer gelegenen Areal rechts. (Foto: so)

Seit bald zwei Jahren schon gibt es Überlegungen, den einstigen Festplatz von Gleiberg unterhalb des Biergartens der vor ein paar Jahren geschlossenen Wirtschaft »Zum Schwarzen Walfisch« zu bebauen, ebenso das tiefer liegende Nachbargrundstück – und zwar mit Wohnhäusern. Nach etlichen Vorüberlegungen und Ideen ist man seit Samstag einen Schritt weiter. Nach einem Ortstermin der Fachleute im kommunalen Bauausschuss lautet das klare Signal der Politik an die eine Eigentümerfamilie: Bebauung Ja. Nachverdichtung Ja. Aber bitte in Maßen.

Verständigt hat man sich auf maximal drei Baufenster, von denen zwei die Größe von höchstens 10 x 12 Meter und das dritte auf dem tiefer gelegenen Grundstück die Maße 12 x 15 Meter aufweisen soll. Die Firsthöhe soll maximal elf Meter betragen, die Neigung der vorgeschriebenen Satteldächer zwischen 38 und 50 Grad liegen.

Dazu sollen maximal drei Wohneinheiten je Haus möglich sein. Darauf hat sich der Bauausschuss einmütig verständigt. Der Bebauungsplan, der für das Areal erarbeitet werden muss, steht bereits im Entwurf und wird entsprechend überarbeitet. Abschließend wird sich die Gemeindevertretung damit befassen.

 

Alte Stadtmauer ist Kulturdenkmal

Vertreter der Grundstückseigentümer hatten sich vorstellen können, auch im südlichen Teil des Gartens ein weiteres, dann viertes Baufenster zu bekommen, sprachen beim Ortstermin vom Wunsch nach mehreren kleineren Ein- bis Zweifamilienhäusern. Zwei Baufenster schöpften das kreative Potenzial des Geländes nicht aus, hieß es von den Eigentümern. Und: »Wir wollen sechs bis acht Familien ein neues Zuhause ermöglichen. Erste Ideen und Skizzen liegen bereits vor. Einem terrassierten Bauen wurde vom Ausschuss jedoch eine Absage erteilt: »Städtebaulich nicht akzeptabel«, hieß es.

Auch mit einem vierten Baufenster auf dem südlichen Wiesenteil vor der gut sichtbaren alten Stadtmauer kann sich keine Fraktion der Gemeindevertretung anfreunden. Nachverdichtung solle möglich sein und werde auch gewünscht, hieß es, aber eben maßvoll. Und eben nicht zulasten anderer schutzwürdiger Interessen. Denn just in diesem Abschnitt würde ein weiter Wohnhausbau den Blick auf die ortsbildprägende mittelalterliche Stadtmauer verstellen, in der Fernwirkung womöglich auch den Blick auf die Burg Gleiberg beeinträchtigen können. Wie die Burg selbst ist auch die Stadtmauer ein geschütztes Kulturdenkmal

 

Parkplätze sind nachzuweisen.

Ebenfalls Thema im Bauausschuss, der unter Leitung von Jürgen Quurck beriet: Je Wohneinheit sind zwei Parkplätze zu schaffen; bei drei Häusern mit maximal drei Wohnungen wären dies bis zu 18 Stellplätze, die auf den Grundstücken zu realisieren sind.

Nicht zuletzt gilt es zu berücksichtigen, dass bei zunehmender Versiegelung das Wasser abgeführt werden muss: Nicht nur das Abwasser aus den Haushalten, das in die Kanäle geht – sondern auch das Regenwasser, das nicht mehr in den Wiesen versickert.

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