07. Mai 2019, 22:18 Uhr

Kreis will Wirtschaftsförderung stärken

07. Mai 2019, 22:18 Uhr

Der Kreis hat keine eigenen Gewerbeflächen, die er am Markt positionieren kann. Und einen direkten, unmittelbaren Einfluss auf das Ansiedeln von Unternehmen und das Schaffen von Arbeitsplätzen hat die Kreispolitik auch nicht.

Dennoch soll Wirtschaftsförderung künftig eine noch gewichtigere Rolle spielen als bislang. Und zwar mit dem Kreis als Dienstleister und Berater der Kommunen sowie mit dem Schaffen von Rahmenbedingungen. Die CDU-Opposition fordert seit Langem, dort nachzujustieren.

Und der Kreis hat jetzt geliefert. Dazu liegt ein aktuelles Konzept vor. Manfred Felske-Zech von der Wirtschaftsförderung des Kreises hat es jetzt im Infrastrukturausschuss des Kreistags vorgestellt.

Das Ziel ist: Noch besser als bislang als attraktiver Wirtschaftsstandort und guter Ort zum Leben wahrgenommen zu werden. Und zwar dank der zentralen Lage in Deutschland, mit hervorragenden Verkehrsanbindungen und eben der Nähe zum Großraum Rhein-Main mit dem internationalen Flughafen, der nur 30 bis 40 Autominuten entfernt ist.

Interkommunale Zusammenarbeit

Landrätin Anita Schneider spricht von »exzellenten Voraussetzungen«. Neben den guten Verkehrsanbindungen verweist der Kreis dabei auf die ausgezeichnete Internet-Versorgung: Ende 2018 deckt der Breitbandausbau 99 Prozent des Kreisgebiets ab. In Gewerbegebieten werden zudem sukzessive die Voraussetzungen für den direkten Anschluss von Unternehmen ans Glasfasernetz geschaffen. Zudem biete der Landkreis Gießen mit der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen zwei exzellente Hochschulen.

Fördern will der Kreis bei der Entwicklung von Gewerbestandorten die interkommunale Zusammenarbeit. Beim Vermarkten von Gewerbeflächen durch die Kommunen kann der Kreis eine Mittlerfunktion zwischen Investoren und Kommunen einnehmen.

Weiterer Ansatz, der bereits praktiziert wird, aber ausgebaut werden kann: Unterstützung der Kommunen bei deren Vermarktungs-Aktivitäten auf Fachmessen, bei Fragen von überregionaler Wirtschaftsförderung oder dem Einwerben von Fördermitteln.

Sechs Bausteine benennt Felske-Zech als Aufgaben für die Zukunft: Den Bekanntheitsgrad der Wirtschaftsförderung erhöhen, attraktive Gewerbeflächen schaffen, das Forcieren von Unternehmensgründungen im ländlichen Raum, Finanzierung von Start-ups, Ausbau des Transfers von Wirtschaft und Wissenschaft sowie nicht zuletzt Weiterbildung.

Wie es der Zufall will: Das Konzept der Verwaltung kommt zeitgleich mit der wiederholten Forderung der oppositionellen CDU, doch mehr in Sachen Wirtschaftsförderung zu tun. Die Christdemokraten mahnen einmal mehr an, die Attraktivität des Kreises als Wirtschaftsstandort zu steigern. Sie fragen nach Gewerbeflächen- und Standort-Marketing, Pflege der Unternehmen »im Bestand«, Stärkung der Wirtschaft im besonderen im ländlichen Raum. Für die Opposition ein wiederkehrendes Thema: CDU-Fraktionsvorsitzender Claus Spandau beklagte in der Vergangenheit mehrfach eine nicht ausreichende Wirtschaftsförderung im Kreis. Vor mehr als drei Jahren plädierte er im Kommunalwahlkampf vergeblich für eine professionelle Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Kreis und Kommunen.

Das liegt jetzt vor - und der strukturpolitische Sprecher der CDU im Kreis, Christopher Lipp, zog die Initiative seiner Fraktion zurück. Er begrüßte, dass sich wesentliche Anregungen der Union in dem Konzept wiederfinden. Seine weitere Anregung: Tourismus und Wirtschaftsförderung stärker zu verzahnen. Da kann nachjustiert werden.

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