10. August 2017, 20:00 Uhr

Kindertagesstätte

Kostenexplosion – und die Zeit drängt

Der Umbau des evangelischen Jugendhauses In Krofdorf-Gleiberg zur Außenstelle der Kindertagesstätte Schatzkiste wird teurer als geplant. Das ist aber nicht das einzige Problem.
10. August 2017, 20:00 Uhr
Das Kinder- und Jugendhaus der ev. Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg. (Foto: kim)

In Krofdorf-Gleiberg fehlen in diesem Sommer rund 20 Kindergartenplätze. Das weiß man seit Monaten – und ist bei den Eltern im Wort, da Abhilfe zu schaffen. Ergo hat die Kommune gemeinsam mit der Kirche den Umbau des evangelischen Jugendhauses für die Kleinkinderbetreuung geplant – aber noch nicht begonnen. Und jetzt läuft nicht nur die Zeit davon, sondern auch die Kosten sind höher als erwartet: Es wird deutlich teurer als erhofft.

Lange Gesichter bei den Kommunalpolitikern am Montag im Finanzausschuss der Gemeindevertretung, als Bürgermeister Thomas Brunner von der zu erwartenden Kostensteigerung berichtete. Statt den vom Architekturbüro geschätzten 263 000 Euro hat die Ausschreibung der Arbeiten rund 347 000 Euro ergeben – rund ein Drittel mehr!


Fehlender Garten
 

Wie ist die Situation? Die Kita Finkenweg in Krofdorf-Gleiberg ist ausgelastet, die Kita Schatzkiste ebenfalls, und der Bedarf für eine weitere Gruppe ist seit Monaten bekannt. Kurzzeitig wurde überlegt, im Garten der Kita Schatzkiste einen weiteren Pavillon für geschätzte 300 000 Euro aufzustellen.

Doch diese Idee wurde bereits im Frühjahr schnell wieder verworfen mit Blick auf die Kosten und vor allem den dann fehlenden Garten, der den Kindern eigentlich zum Spielen dient.


Nähe zur Kirche

 

Es folgte die Entscheidung der Kommunalpolitik im Mai, auf das Angebot der Kirchengemeinde einzugehen und den Gemeindesaal im evangelischen Jugendhaus für den Kindergartenbetrieb herzurichten. Die Gemeinde würde sich dort langfristig einmieten und einen »Satelliten« der Schatzkiste in der Hauptstraße betreiben. Ein Modell, das breite Zustimmung findet. Zumal es Familien gibt, die bei der Kinderbetreuung, die in kommunaler Regie bleibt, gleichwohl die Nähe zur Kirche zu schätzen wissen. Der Bauantrag ist gestellt. Das Signal an die Krofdorfer und Gleiberger Familien lautete im Frühling: »Künftig Platz für alle Kinder!«

 

Übervolle Auftragsbücher?

 

Was die Kostenexplosion bei gleich sieben von zwölf ausgeschriebenen Gewerken verursacht, das kann vermutet, aber nicht mit letzter Gewissheit belegt werden: Vielleicht sei das ganze Bauvorhaben zu klein und daher unattraktiv für Handwerksbetriebe, wurde am Montag im Fachausschuss gemutmaßt. Vielleicht sind die Auftragsbücher bei den Unternehmen auch übervoll, sodass sie sich um ein solches Projekt nicht reißen.


Im kommenden Jahr billiger?


Das lässt sich auch aus dem Umstand schließen, dass für fast die Hälfte der Gewerke nur ein Angebot abgegeben wurde. Mehr Handwerker hatten da wohl kein Interesse. Das lässt denn auch wenig Spielräume zu, um irgendwo nachzuverhandeln. Doch welche Möglichkeiten gibt es angesichts der drängenden Zeit? Zum einen so vorzugehen wie geplant: Die Gemeinde beißt in den sauren Apfel, lässt (um-)bauen und zahlt eben die geforderten höheren Preise.

Die Alternative: Man wartet ab, ob der Umbau im kommenden Jahr vielleicht billiger wird. Wobei dann zu klären ist, ob die jetzt bewilligten Fördermittel des Landes von mindestens 60 000 Euro im kommenden Jahr immer noch bereitstehen.

Und wo kämen derweil die Krofdorfer und Gleiberger Kinder unter, für die es jetzt, in diesem Jahr, einen Bedarf an Betreuung gibt? Da wäre die einzige Option ab Oktober der Kindergarten am Weinberg in Wißmar. Denn für diese Kita gibt es am Hainer Weg einen Neubau, der bis Herbst hoffentlich bezugsfertig ist. Dann steht der »Weinberg« leer und eigentlich zur Disposition. Das bedeutet konkret: Dem Bau droht der Abriss, weil es drinnen immer wieder feucht und schimmelig ist. Oder der »Weinberg« müsste nochmals für ein Jahr durchhalten. Wenn man den Krofdorfer Eltern vermitteln könnte, dass ihre Dreijährigen morgens nach Wißmar »geshuttelt« werden sollen...

Bürgermeister Thomas Brunner, der selbst für ein Fortführen des Projekts plädiert, benötigt jetzt die Rückmeldung aus den Fraktionen, wie weiter vorgegangen werden soll. Denn die Zeit drängt.

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