07. November 2018, 21:27 Uhr

Kostbarkeiten am Ewigkeitssonntag

07. November 2018, 21:27 Uhr

Eigentlich ist es unglaublich: Johannes Brahms war erst um die 33 Jahre alt, als er sich mit der Komposition des »Deutschen Requiems« beschäftigte. Zu hören ist dieses großartige Werk am Ewigkeitssonntag, 25. November, um 18 Uhr in der Marienstiftskirche. Neben den Solisten Helena Günther und dem Bassisten Florian Plock singt die Marienstiftskantorei Lich, begleitet von der Kammerphilharmonie Bad Nauheim unter Leitung von Christof Becker. Fest steht, dass das »Deutsche Requiem« von Brahms (1833–1897) als eines der bedeutendsten Werke der oratorischen Literatur gesehen werden kann.

Das Konzert in der Marienstiftskirche bietet eine weitere Kostbarkeit: Zu Gehör kommen die Symphonischen Variationen für großes Orchester über den Choral »Wer nur den lieben Gott läßt walten« von Georg Schumann (1866–1952), der ein angesehener Komponist, Dirigent und Hochschullehrer war. Gegen den Trend der Zeit rang Georg Schumann zeitlebens um eine authentische Wiedergabe der Bachschen Werke. Schumanns Kompositionen sind der Spätromantik zuzuordnen. Als Vorbilder lassen sich zunächst Johannes Brahms und Robert Schumann – mit Georg Schumann nicht verwandt – nennen. Begegnungen mit Franz Liszt, Anton Rubinstein, Johannes Brahms, Arthur Nikisch, Gustav Mahler, Joseph Joachim und Max Bruch befruchteten nach und nach Schumanns künstlerische Entwicklung. Der zweite Satz in Brahms Requiem mag ebenfalls von diesem Choral inspiriert sein.

Hochkarätige Solisten

Die Sopranistin Helena Günther studierte Gesangspädagogik und Operngesang an der Musikhochschule Mannheim. An der Hochschule für Musik und Tanz in Köln setzte sie ihre Studien fort. Engagements führten die junge Sängerin u. a. an das Nationaltheater Mannheim, ins Theater Heidelberg, das Schlosstheater Rheinsberg, das Theater Magdeburg und an die Kammeroper Köln. Der Bassist Florian Plock studierte Gesang bei Lisa Hagenau und Franziska Schäfer-Vondru. Studienergänzend besuchte er Meisterkurse bei Kurt Moll, Günter Missenhardt und Thomas Quasthoff. Plock erhielt zahlreiche Preise, u. a. den Sonderpreis als bester Bassist beim Gottlob-Frick-Wettbewerb und den 1. Preis des Bundeswettbewerbs Gesang. Er erhielt zudem die Gottlob-Frick-Medaille und war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes. Neben seiner regen Operntätigkeit (Mitglied im Ensemble der Oper Kopenhagen, der Oper Frankfurt und am Teatro Petruzzelli in Bari) ist Plock ein gefragter Lied- und Konzertsänger. So gab er Liederabende in der Alten Oper Frankfurt und sang den Messias bei den Würzburger Bachtagen sowie das Weihnachtsoratorium von Bach in New York und Washington.

Karten für das Konzert in Lich gibt es im Vorverkauf unter www.kirchenmusik- lich.de oder unter www.reservix.de.

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