12. März 2019, 22:12 Uhr

Kontrastreiche Arrangements

12. März 2019, 22:12 Uhr
Jahanyar Qorbani, Behzad Omrani, Kiarash Omrani und Mani Mozakka (v. l.) bei ihrem Gastspiel in der Kinokneipe. (Foto: jou)

Ein eindrucksvolles Konzert bot die iranische Folkrockband Bomrani am Montag im Rahmen der Licher Kulturtage in der voll besetzten Kinokneipe »Statt Gießen«. Die vom Frontsänger und Gitarristen Behzad Omrani gegründete Band ist im Iran vor allem mit Theater- und Filmmusik erfolgreich. Omrani wurde verstärkt durch Arash Omrani (Tasteninstrumente), Jahanyar Qorbani (E-Gitarre und Flügelhorn), Kiarash Omrani (E-Bass), Mani Mozakka (Posaune) sowie Salar Mohamad Asghari (Schlagzeug). Der Beginn weckte Neugier.

Ansteckende Performance

Nostalgische Atmosphäre erzeugte ein walzerartiges E-Orgel-Intro, dann traten E-Bass und E-Gitarre hinzu, ehe Behzad Omrani die Besucher auf das Konzert einstimmte. Die schlichte Melodie der Anfangspassage wirkte ohrwurmhaft und mündete in einen schmissigen Teil mit klanglich knackigem Blechbläserpart. Von tänzerisch-beschwingter Art war die zweite Nummer, noch unterstrichen durch das Akkordeon, zu dem Tastenvirtuose Arash Omrani hier wechselte. Behzad Omrani gefiel hier wieder durch seine ausgewogene, angenehm timbrierte Gesangsstimme.

Im Ganzen sorgte die Band für niveauvolle Unterhaltung, verband geschickt folkloristische Elemente mit diversen populären, teils westlichen Strömungen. Das Publikum genoss das Konzert sichtlich; einige tanzten, sangen oder klatschten mit. Am meisten beeindruckte das Multitalent der Musiker – Posaunist Mani Mozakka spielte in einem weiteren Song versiert Mundharmonika.

Viele Hörer werden vom persischen Text nichts verstanden haben, die eingängige Melodie und der prägnante Rhythmus steckten gleichwohl an. Die Arrangements schienen mit der variablen Instrumentation und den Bewegungskontrasten sehr ansprechend; das Spektrum reichte bis hin zur Hammond- orgel, die Mozakka stimmungsvoll zur Geltung brachte. Überraschendes blieb nicht aus: In eine graziöse, spielerisch-leichte Sphäre führte das Mozart’sche Klaviersonatenzitat als Einleitung und Schluss einer walzerseligen Komposition mit bizarr anmutender singender Säge. Das Publikum lauschte der originellen Musik gebannt und spendete kräftigen Applaus.

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