24. November 2018, 12:20 Uhr

Verkehrswende

Kommt die erste Fahrradstraße in Heuchelheim?

Pläne für die Wilhelmstraße: Die SPD will in Heuchelheim die Verkehrswende auf den Weg bringen
24. November 2018, 12:20 Uhr
Kann die Heuchelheimer Wilhelmstraße Fahrradstraße werden? Die SPD kann sich das gut vorstellen. (Archivfoto: so)

Die Heuchelheimer SPD regt an, die Wilhelmstraße in ihrer vollen Länge in eine Fahrradstraße umzuwidmen. Die fast einen Kilometer lange Straße verbindet die Rodheimer Straße und die Jahnstraße, quasi parallel zur Gießener Straße.

Erneuerung liegt neun Jahre zurück

Vor rund neun Jahren ist die Wilhelmstraße grundhaft erneuert worden: Kanal und Wasser wurden frisch verlegt – und eben auch die Oberfläche neu gestaltet. In dem Zug wurde die Straße verkehrsberuhigt ausgebaut. Pflanzinseln hier, Parkplätze da, Blumenkübel dort – der Verkehr rollt seitdem langsamer.

Zwei Möglichkeiten

Zwei Möglichkeiten gibt es, wenn man der Idee einer Fahrradstraße nähertreten will, so SPD-Verkehrsexperte Dieter Schneider: Zum einen die Ausweisung als Fahrradstraße mit Zufahrtsberechtigung nur für die Anwohner oder zum anderen die Ausweisung als Fahrradstraße mit gemeinschaftlicher Nutzung mit Pkw und Motorrädern. Schließlich gibt es dort die Turnhalle, die angefahren werden muss. Maßgeblich ist jedenfalls die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und der stetige Vorrang der Radfahrer vor dem Motorverkehr.

Stetige Ausweitung soll folgen

Warum die Überlegung? »Das Umweltbundesamt stellt die Forderung zur Ausweitung der aktiven Mobilität als Fußgänger oder Radfahrer. Schon bis 2020 besteht für Deutschland die verbindliche Verpflichtung die Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent zu mindern«, so Schneider.

Um das zu erreichen, soll der Individualverkehr vom Auto zum Rad- und Fußverkehr umgelenkt werden. Denn: Untersuchungen zeigen bei Stärkung des Rad- und Fußverkehrs sofort umweltfreundliche als auch klimaschonende Ergebnisse.

Gemeinde-übergreifende Aufgabe

Schneider spricht von einem »wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Verkehrswende und eine nachhaltige Mobilität«. Sie dient dem Erreichen der formulierten Kohlendioxid-Grenzwerte, wie sie für die Jahre 2020–2050 angestrebt werden. Ein gut ausgebautes Radverkehrsnetz stehe daher städte- und gemeindeübergreifend als Aufgabe der Verkehrsplanung an.

Die knapp 1000 Meter lange Wilhelmstraße eigne sich hervorragend zur Ausweisung als Fahrradstraße, heißt es aus der SPD. Fast parallel zur Gießener Straße biete sie einen sicheren und schnellen innergemeindlichen Fahrweg und eigne sich ebenso als Zuweg für Fahrten von und nach Gießen auf dem vorhandenen Radweg neben der Rodheimer Straße. Die Einrichtung der Wilhelmstraße als erste Fahrradstraße soll als Beginn eines sicheren Radwegenetzes für Heuchelheim und Kinzenbach betrachtet werden, mit dem Ziel der stetigen Ausweitung.

Kommunalpolitik wird prüfen

Die Umwidmung, so die SPD, erfordere keinen neuerlichen Umbau der Straße, sondern beschränkt sich auf Markierungsarbeiten und einige Straßenschilder. Die Idee geht jetzt in die Beratung.

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