05. Juni 2019, 22:21 Uhr

Kommt »Dollenstück IV« doch?

05. Juni 2019, 22:21 Uhr

Eigentlich waren die Pläne für das Neubaugebiet »Dollenstück IV« bereits zu den Akten gelegt worden. Doch nun könnte neuer Schwung in die Entwicklung des Areals kommen. Im Bau- und Verkehrsausschuss stellte Martin Hauter ein Verfahren vor, bei dem die Kommune ein Neubaugebiet entwickeln kann, ohne den Haushalt zu belasten: das Treuhandmodell.

Hauter skizzierte zunächst ein Problem, mit dem nicht nur die Gemeinde Hüttenberg regelmäßig zu kämpfen hat: Beim Umlegungsverfahren sichern sich die Besitzer der benötigten Acker- und Wiesenflächen einen oder mehrere Bauplätze. Meistens wird dieser von ihnen jedoch nicht gebraucht, sondern für Kinder, Enkel oder in der Hoffnung auf ein zukünftig gutes Geschäft aufgehoben. So bleiben teils jahrzehntelang Baulücken, Straßen können nicht endausgebaut werden. Zudem werde die Verwaltung durch die Entwicklung eines Baugebiets meist über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus belastet.

Beim Treuhandmodell schreibt die Kommune die Entwicklung des Baugebiets aus. Dazu zählen die Bauleitplanung, das Umlegungsverfahren, die Planung und Umsetzung sowie Erschließung und Vermarktung des Gebiets. Um »schwarze Schafe« auszusieben, müssten die Bewerber jeweils eine der ausgeschriebenen Arbeiten selbst übernehmen können, nur den Rest dürften sie an weitere Firmen vergeben. Auch diese Arbeiten müssten dann ausgeschrieben werden, erklärte Hauter.

Vorrang für heimische Familien

Finanziert werde das Ganze durch einen Kontokorrentkredit, für den die Gemeinde bürgt. »Sie werden damit flexibler, weil es nicht über den Haushalt läuft«, erklärte Hauter. Als weiteren Vorteil sieht er, dass sich die Kosten und Einnahmen dadurch recht sicher kalkulieren ließen.

Wer Eigentümer eines Grundstücks werden will - egal ob ihm vorher an dieser Stelle Ackerland gehörte oder nicht - zahlt auch gleich die Erschließungskosten mit. Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich dadurch jemand, der nicht bauen wolle, eher ausbezahlen ließe als sich ein Baugrundstück »aufzuheben«, sagte Hauter.

Nebeneffekt: Im Vertrag mit dem Entwickler kann festgelegt werden, dass Baugrundstücke vorrangig an heimische Familien vergeben oder weitere durch den Zuwachs notwendige Infrastrukturmaßnahmen, etwa eine Kindergartenerweiterung oder ein größeres Feuerwehrhaus, in die Erschließungskosten mit einkalkuliert werden.

Der Bauausschuss empfahl der Gemeindevertretung, dieses Verfahren für die zukünftige Baugebietsentwicklung anzuwenden. Bürgermeister Christof Heller brachte als erstes Areal, was in dieser Form entwickelt werden könnte, einen Teil des Areals »Dollenstück IV« ins Gespräch.

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