21. März 2019, 22:07 Uhr

Klimafreundliche Altbauten

21. März 2019, 22:07 Uhr
Unsanierte Altbauten drücken auf die Klimabilanz. (Foto: pm)

Gießen (pm). Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima. Altbauten drücken auch auf die CO2-Bilanz im Landkreis Gießen, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Nach Informationen der IG BAU stammen rund 41 800 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit sind 70 Prozent aller Wohnhäuser im Landkreis mindestens 40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft.

Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, müsse es deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. »Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben«, sagt Bezirksvorsitzende Doris Hammes. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. »Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel«, erklärt Hammes. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten.

»Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus«, erläutert Hammes. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten bei Weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden im Kreis Gießen im vergangenen Jahr genau 1419 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 19,4 Millionen Euro.

Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafterin Hammes »viel Luft nach oben«. Nachkriegsbauten, von denen es im Kreis besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa dreimal so hoch wie Neubauten heute. Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbst gesteckten Klimaziele einzuhalten. Das Einsparpotenzial ist groß: Nach Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480 000 Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart.

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