29. April 2019, 21:48 Uhr

Kleinere, barrierefreie Wohnungen gefragt

29. April 2019, 21:48 Uhr

Rund 80 Prozent der Bürger im Landkreis Gießen sehen den Neubau von öffentlich geförderten Wohnungen als Notwendigkeit an. Das ergab eine repräsentative Umfrage, wie der Mieterverein in einer Pressemitteilung erklärte.

»Vor allem in den Kreisgemeinden rund um Gießen, also Heuchelheim, Pohlheim, Linden und Lollar, ist die Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen erheblich«, sagte Stefan Kaisers, Vorsitzender des Mietervereins. Leider gebe es aber in den Kommunen im Landkreis keine einheitlichen Kriterien für die Erfassung von Menschen, die eine Sozialwohnung benötigen, so Kaisers: »Deshalb kann der Bedarf auch nicht exakt ermittelt werden, was die Planung erschwert.«

Wenn eine Gemeinde über keine Sozialwohnungen verfüge, würden die Wohnungssuchenden anderenorts oder an lokale Wohnungsbaugenossenschaften verwiesen. Dort aber gebe es bereits lange Wartelisten. Als Beispiel nennt der Mieterverein die Baugenossenschaft Lich. Mit ihrem Bestand von 280 Wohnungen seien Ende 2017 165 Personen als Interessenten für eine Ein- oder Zweizimmerwohnung registriert gewesen. Leider werde von den Genossenschaften zu wenig neu gebaut, so der Mieterverein.

»Es ist erfreulich, dass inzwischen bis auf zwei Gemeinden im Kreis alle anderen der kreiseigenen »Gesellschaft Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung« (SWG GmbH ) angehören. Sie hat die Aufgabe, die Kommunen zu unterstützen und zu beraten, um öffentlich geförderte Wohnungen zu bauen. Ende 2018 gab die Gesellschaft bekannt, dass für 98 neue Sozialwohnungen die Finanzierung sichergestellt sei.

Gefragt sind vor allem kleinere, barrierefreie Wohnungen. Wie notwendig es ist, den Neubau von preisgünstigen und bedarfsgerechten Wohnungen voranzubringen, belegt das Wohnraumversorgungskonzept des Kreises. Darin ist nachzulesen, dass sich der Bestand an bezahlbaren Wohnungen in den kommenden Jahren halbieren, die Nachfrage aber deutlich steigen wird.

»Von einem Bedarf an 800 neuen geförderten Wohnungen ist die Rede. Vor allem die Gruppe der einkommensschwachen Senioren wird stark zunehmen«, erklärte der Mieterverein. Er fordert von den Kreisgemeinden, die Anstrengungen im sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Schon jetzt sei klar, dass die wenigen neuen Wohnungen mit Bindungen den Rückgang an auslaufenden nicht ausgleichen können. »Bezahlbarer Wohnraum ist auch wichtig, um die Landflucht zu verringern«, sagte Kaisers.

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