21. März 2017, 19:43 Uhr

Kirche und Kommune kooperieren

21. März 2017, 19:43 Uhr

Wenn der seit Jahren immer wieder zu konstatierende Engpass in der Kleinkinderbetreuung in Krofdorf-Gleiberg bis zum Herbst abgestellt sein soll, muss jetzt entschieden werden – und Optionen gibt es nicht viele. Angesichts dieses Zeitfensters ist wohl nur noch eine realistisch: Die Gemeinde als Kindergarten-Träger verhandelt weiter mit der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg, um sich im Jugendhaus der Kirche einzumieten und dort eine Gruppe für bis zu 20 Kinder einzurichten. Diese soll organisatorisch an den Kindergarten Schatzkiste in der Hauptstraße angegliedert sein; quasi als fünfte Gruppe der Schatzkiste.

Wie schon der Sozialausschuss vor Wochenfrist, so hat am Montagabend auch der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung unter Vorsitz von Anuschka Gerlach (CDU) grundsätzlich grünes Licht für diesen Weg gegeben.

Im Jugendhaus der Kirche stehen ebenerdig rund 130 Quadratmeter bereit, die allerdings noch für einen Kindergartenbetrieb umgebaut werden müssen. Die bereits zurate gezogene Architektin Stefanie Muskau schätzt die Kosten auf rund 215 000 Euro. Hinzu kommen die Einrichtung/Erstausstattung und freilich in Folge die Personalkosten. Die Idee, um auch in den Genuss von Landesförderung zu kommen: Eine langfristige Bindung auf mindestens zehn Jahre in diesem Raumkonzept und Erhalt der Kindergartenplätze für die nächsten 25 Jahre. Und die Finanzierung? Bürgermeister Thomas Brunner, der die Verhandlungen mit der Kirche führt, nannte im Fachausschuss einen Quadratmeter-Mietpreis von 7,50 Euro. Das wäre eine Jahresmiete von 11 700 Euro, in zehn Jahren also 11 000 Euro.

Gemeinde bleibt Träger

Entschieden ist mittlerweile auch, dass die Kirche nicht als Träger der Kindergartengruppe fungiert, sondern als Vermieter auftritt: Ein eingruppiges Betreuungsangebot ist zu wenig, um es organisatorisch sinnvoll eigenständig zu betreiben; die Anforderungen werden dafür als zu hoch eingeschätzt. Synergien mit den Krabbelgruppen, die ebenfalls im Jugendhaus zu Gast sind, wären freilich denkbar.

Seitens der Kommunalpolitik begrüßte Matthias Schulz (Grüne) die Idee, ein bestehendes Gebäude wie das Jugendhaus besser auszulasten

Hätte die Gemeinde Alternativen? Möglich wären Erweiterungen auf den Grundstücken der »Schatzkiste« an der Hauptstraße respektive im Finkenweg: Ein Pavillonbau, wie er vor wenigen Jahren hinter der Schatzkiste als »Schatzinsel« entstanden ist, käme rund 300 000 Euro teuer, rechnet der Bürgermeister vor. Zudem würde er ein Großteil der Außenspielfläche der Schatzkiste wegnehmen. Ein Erweitern des Finkenwegs wäre auf dem Grundstück Richtung Boule- und Bolzplatz vorstellbar. Davon ist derweil das Erzieherinnen-Team im Finkenweg wenig begeistert. Mit Blick auf das pädagogische Konzept möchte man ungern eine separate fünfte Gruppe, sondern wenn, dann integriert ins Gebäude. Wie das zu bewerkstelligen wäre, steht noch dahin, weil der Finkenweg ohnehin als sanierungswürdig gilt; mithin ein größerer Aufwand zu betreiben wäre. Und: Erweiterungen am Finkenweg oder an der Schatzkiste wären auch nur schwerlich noch in diesem Jahr umzusetzen. Selbst beim Umbau des kirchlichen Jugendhauses geht der Bürgermeister davon aus, dass es Herbst werden kann, bis alles fertig ist.

Wie geht es jetzt weiter? Der Gemeindevorstand soll beauftragt werden, mit der Kirche weiter zu verhandeln, und in der Gemeindevertretung soll am 8. Mai die endgültige Entscheidung fallen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Evangelische Kirche
  • Evangelische Kirchengemeinden
  • Jugendhäuser
  • Kirchengemeinden
  • Krofdorf-Gleiberg
  • Matthias Schulz
  • Thomas Brunner
  • Thomas Brunner (Wettenberg)
  • Wettenberg
  • Rüdiger Soßdorf
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.