09. Oktober 2017, 19:39 Uhr

Kelterfest ohne Keltern

09. Oktober 2017, 19:39 Uhr
Mario Hilberg, Frank Stein und Hans-Ludwig Balser mit der historischen Kelter von 1938. Sie ist wieder voll funktionsfähig – nur fehlt es dieses Jahr an Früchten. (Foto: kjg)

Ein Kelterfest ohne Keltern? Aufgrund der schlechten Apfelernte wurde genau das in Albach nun Realität. Dem Besucherzuspruch tat dies aber keinen Abbruch: Noch während die Helfer des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Albach beim Aufbau waren, nahmen die ersten Gäste des Kelterfestes schon in einem der beiden Zelte Platz. Witterungsbedingt habe man erst am Samstagmorgen mit dem Aufbau begonnen, erläuterte Frank Stein. Das sei fast ein bisschen knapp gewesen. Die Stimmung am und im alten Hochbehälter auf dem Rotzebühlskopf in Albach war dennoch gut.

In diesem Jahr sei die Obsternte nicht gut gewesen, sodass man diesmal auch auf das Keltern verzichte. Es haben zwar bereits zwei Keltertermine stattgefunden, jedoch mit geringer Beteiligung. Auf den beiden Grundstücken des OGV habe es nur drei Apfelbäume mit einem befriedigenden Ertrag gegeben, sagte Stein. Birnen und Pflaumen suchte man dieses Jahr vergebens. Die Blüten seien in einer Frostnacht erfroren, wovon einige späte Apfelsorten nicht betroffen waren. Für die Bäume sei das nicht schlecht, die stecken die Kraft, die sonst den Früchten zugute komme, in das Wachstum«, erklärte Stein.

Die schlechte Apfelernte hat aber auch Auswirkungen auf die Vereinskasse des OGV. Das Keltern bringt dem Verein sonst Geld. Nun wird es für Anschaffungen und Projekte in der nächsten Zeit fehlen. Außerdem müssen die Albacher auf ihren naturtrüben Apfelsaft verzichten. Die Produktion der Großkeltereien werde davon kaum betroffen, weil die Apfelernte nach Regionen unterschied-lich ausgefallen sei, und die Industrie Wege finde, ausreichend Äpfel zum Keltern zu bekommen, erklärte Mario Hilberg. Die Tiere, insbesondere Amseln, Spatzen und Mäuse, werden das Obst der Streuobstwiesen aber vermissen.

Rechtzeitig zum Winter werde man daher wieder Futterstellen für die Vögel einrichten, erklärte Hilberg für die Vogelschutzgruppe des OGV. Man werde die vorgefertigten Behälter mit Fett und Körnern füllen und in der Natur verteilen.

Vorsitzender Hans-Ludwig Balser zeigte mit Stolz die alte Kelter aus dem Jahr 1938, die man restauriert habe, und die wieder voll funktionsfähig sei. Zu dem Hochbehälter, dem ehemaligen Wasserspeicher für Albach, sagte Balser, die Gemeinde habe diesen zur Verfügung gestellt, und man nutze ihn jetzt als Lagerraum. Vorher seien jedoch erhebliche Arbeitsleistungen notwendig gewesen, die man nicht alle habe selbst machen können. So seien die Durchbrüche für die Türen von einer Spezialfirma aus dem Beton herausgesägt worden.

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