08. Mai 2017, 20:18 Uhr

RP Darmstadt entscheidet

Keine Windräder in Münzenberg

08. Mai 2017, 20:18 Uhr

Diese Nachricht aus dem nördlichen Wetteraukreis interessiert auch im Gießener Land, vor allem in Hungen und Lich: Wie das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) mitteilt, darf der von der Firma NWind GmbH aus Hannover beantragte Windpark in Wohnbach nicht errichtet werden. Das RP hat gestern das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren für die beantragten vier Windkraftanlagen abgeschlossen.

Laut Mitteilung gibt es zwei Hauptgründe, die gegen die Errichtung der Anlage sprechen. Einer besteht in den »entgegenstehenden Belangen des Denkmalschutzes«. Gemeint ist die Münzenburg. Zwar wären die Windräder auf dem Berg vor Wohnbach errichtet worden, doch wären sie wegen ihrer Höhe (Spitzenhöhe von 206,5 Meter) auch neben der Burg zu sehen gewesen und hätten den Blick darauf »verschandelt«, wie es vonseiten des Vereins Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg hieß. Der Verein unter Vorsitz von Uwe Müller hatte sich gegen die Anlagen eingesetzt und ausführliche Einwendungen eingereicht.

Der zweite Grund, warum es für die Firma aus Hannover keine Genehmigung gibt, ist ein artenschutzrechtlicher: Die Anlagen würden »zu einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko für den Rotmilan führen, der den Bereich regelmäßig überfliegt«.

Für die vielen Bürger, Vereine, Institutionen, die sich gegen die Windräder eingesetzt haben, ist der abgelehnte Antrag eine gute Nachricht. Winfried Gramatte aus Wohnbach ist einer von ihnen. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens führte er zahlreiche Argumente auf, die seiner Meinung nach gegen eine Errichtung bei Wohnbach sprachen. Heute sagt er: »Es ist toll, dass die Vernunft gesiegt hat«, und dass die Firma NWind »ihre Profitinteressen hier nicht durchsetzen kann«. Ihm zur Seite stand Norbert Bitzer, der sich ebenfalls für die Verhinderung des Baus der vier Anlagen einsetzte.

Erosionsanfällige Böden

Auch auf der Seite der Einwender saß Dr. Monika Gramatte. Ihre Bedenken bezogen sich vor allem auf die Erosionsproblematik, weil es in Wohnbach häufig zu Schlammlawinen kommt. Grund dafür ist die Lage: Wohnbach liegt in einem »Trichter mit guten, aber erosionsanfälligen Böden«. Durch den Bau von Windrädern hätte sich die Situation verschlimmert. Umso erleichterter zeigt sich die Wohnbacherin über die Nachricht: »Diese Entscheidung war dringend notwendig, weil es sehr viele Gründe gibt, die hier dagegensprechen.«

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