04. Dezember 2017, 19:47 Uhr

Keine Einigkeit bei Kobauweg-Öffnung

04. Dezember 2017, 19:47 Uhr
STR
Im Dorftreff ist bei der Ortsbeiratssitzung kein Platz mehr frei. (Foto: str)

Den Kobauweg öffnen - oder nicht? Eine Frage, über die am Freitag bei der Sitzung des Ortsbeirats Lindenstruth hitzig diskutiert wurde. Denn der geteerte Wirtschaftsweg ist vielbefahren, besonders von Mitarbeitern der Firma Weiss. Offiziell dürften hier aber nur Traktoren rollen.

Schon öfter war über eine Öffnung der beliebten Abkürzung geredet worden, bislang ohne Erfolg. Im Frühjahr hatte Bürgermeister Dietmar Kromm zugesagt, über eine permanente Freigabe – zumindest für Pkw – nachdenken zu wollen. Im Sommer durfte dieser befahren werden, aber nur wegen der Baumaßnahmen an der B 49.

Unfallgefahr befürchtet

Das Stimmungsbild, das am Freitag entstand, zeigt deutlich, dass es hierfür nicht nur Befürworter gibt. Besonders die Unfallgefahr erscheint Anwohnern der nahegelegenen Marburger Straße in der unübersichtlichen Einfahrt enorm, speziell für Spaziergänger, Radfahrer und spielende Kinder. Noch dazu sei der Weg nicht breit genug, entgegenkommende Fahrzeuge würden auf Felder ausweichen, entweder dort oder aneinander Schäden anrichten. Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen.

Ansichten, die bei den Befürwortern auf Kopfschütteln treffen: Gerade die beengten Verhältnisse hielten vom Rasen ab. Größere Unfälle seien bislang ausgeblieben, spielende Kinder an jeder Straße gefährdet. Und würden die Autos auf der regulären Strecke nach Reiskirchen fahren, hieße das mehr Lärm und mehr Benzinverbrauch. Natürlich müsse man für Tempolimits sorgen, über den Nutzen für die Weiss-Mitarbeiter nachdenken. Der Schwertransport müsse geregelt sein. Doch unter dem Strich, sind sich die Befürworter sicher, stünde ein merkliches Plus an Verkehrs- und Umweltentlastung: Denn wer weniger weit fährt, der pustet auch weniger Schadstoffe in die Luft.

Würde der Weg geöffnet, müsste er saniert und ausgebaut werden – oder eine andere, langfristige Lösung auf den Tisch. Hat er doch im Sommer durch die schweren Laster Schaden genommen. Vorschläge gab es viele, zu einer Einigung kam es nicht. Letzten Endes muss Bürgermeister Kromm entscheiden, wie es mit der Verbindung zwischen Reiskirchen und Lindenstruth weitergeht. Dass er für die technischen Details professionelle Hilfe bemühen will, hat er mehrfach klar gemacht. Doch solch ein Schritt ist abhängig davon, wie die Bürger eine Öffnung des Kobauwegs beurteilen. »Es geht darum, sich ein Stimmungsbild zu machen«, so Kromm. »Die Frage der Öffnung muss den Leuten gestellt werden, die es betrifft.«

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