06. März 2019, 22:11 Uhr

Kein ganz neuer Anfang

06. März 2019, 22:11 Uhr
Alexandra Kuret ist jetzt auch offiziell mit der Leitung der Gesamtschule Hungen beauftragt.

Zum Kollegium der Gesamtschule Hungen gehört sie seit 20 Jahren. Fast ebenso lang nimmt sie Leitungsfunktionen wahr. Nun steht sie offiziell an der Spitze. Alexandra Kuret ist mit der Leitung der Schule beauftragt worden. Die Ernennungsurkunde hat ihr Dr. Arne Hogrefe vom Staatlichen Schulamt bereits in der vergangenen Woche offiziell überreicht. Gestern nun wurde sie in einer kleinen Feierstunde mit dem gesamten Kollegium in ihr neues Amt eingeführt, das so neu nicht ist. Kuret war seit 2014 Stellvertreterin von Manfred Lamotte. Seit dessen Abschied im vergangenen Sommer hat sie die GesaHu de facto geleitet. »Jetzt ist besiegelt, was bereits gelebte Schulpraxis war«, resümierte Hogrefe.

Ihre eigene Schulzeit hat die jetzt 47-Jährige sehr behütet an einem katholischen Privatgymnasium verbracht. Dass sie hinter dem Konzept der Integrierten Gesamtschule steht, hat viel mit ihrer Berufsbiografie zu tun. Nach dem Chemie- und Mathematikstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt absolvierte Kuret ihr Referendariat an der Ernst-Reuter-Schule im Frankfurter Nordwesten. Sozialer Brennpunkt, Plattenbau, 80 Nationalitäten: das waren die Rahmenbedingungen, unter denen die junge Frau ihr pädagogisches Handwerk lernte. »Ich habe damals die Integrierten Gesamtschule für mich entdeckt«, berichtete sie. Doch die Zeit bleibe nicht stehen. »Auch wir müssen uns ein Stück weit verändern.« Diese Aufgabe wolle sie gemeinsam mit der erweiterten Schulleitung und dem gesamten Kollegium angehen. Als weitere Punkte auf ihrer Agenda nannte sie die Rezertifizierung der GesaHu als Kulturschule und die Fortentwicklung der »Schule als Lebensraum«.

Für ihre ungewöhnlich offene Rede erntete Kuret am Ende viel zustimmenden Applaus. »Ich bin seit 20 Jahren Teil dieser Schulgemeinde. Ich habe gespürt, dass Teile des Kollegiums skeptisch sind«, sagte sie geradeheraus. »Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mich auf diese Stelle bewerben soll.« Nun gehe es darum, die Schule im ständigen Austausch miteinander weiterzuentwickeln. Den roten Faden dafür soll die Schulprogrammarbeit bieten; der Startschuss dafür fällt im April.

Der Vertreter des Staatlichen Schulamts erinnerte daran, dass Kuret in den vergangenen Jahren als Oberstufenleiterin und stellvertretende Schulleiterin an der Gesamtschule Hungen Akzente gesetzt und Spuren hinterlassen hat. »Die Ernennung an einer Schule, die man kennt, hat Vor-und Nachteile«, merkte er an. Einerseits könne man auf ein tiefes Wissen zurückgreifen. Andererseits falle es einem Bewerber von außen möglicherweise leichter, neue Impulse zu setzen. In jedem Falle erfordere die Schulleitung Mut, Durchsetzungkraft, Einfühlungsvermögen sowie transparente Kommunikation. Und ganz wichtig sei die Unterstützung des Kollegiums. »Ich bin sicher, dass Sie die Herausforderungen gemeinsam meistern werden«, sagte Hogrefe, der den Versammelten Hoffnung machte, dass die Schulleitung in absehbarer Zeit wieder komplett besetzt sein werde. Aktuell ist dort die Stellvertreterposition vakant. (Foto: us)

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