30. Mai 2017, 19:42 Uhr

Kein Sand im Festivalgetriebe

30. Mai 2017, 19:42 Uhr
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Von Thomas Brückner
»Sand im Orgelwind« heißt es am 28. Juni: Anne Löper (Foto) wird zu Orgelklängen ein vergängliches Kunstwerk erschaffen. (F: pm)

Am Anfang war die Idee der Gründerväter Joachim Falkenberg, Jörg Krüger und Wolfgang Hähner: Das Orgelfestival Laubach, so dachten sie sich anno 1992, möge sich hervorheben durch Konzerte an besonderen Orten sowie selten oder gar nie zuvor gehörte Klangkombinationen. »Bach am Bach« oder das Duett der Barockorgel der Stadtkirche mit Alphörnern seien als Beispiele genannt. Dass auch im 25. Jahr, beim unterdessen als »Mixtur« daherkommenden Festival, das Vermächtnis der Gründer bewahrt wird, verrät das Programm der Konzertreihe vom 22. bis 29. Juni 2017.

»Vorlaut« zum Auftakt

Den Auftakt macht diesmal die Friedrich-Magnus-Gesamtschule Laubach. Am Donnerstag, 22. Juni, 18.30 Uhr, präsentiert deren Chor mit dem bezeichnenden Namen »Vorlaut« in der Stadtkirche eine Mischung aus Popsongs, afrikanischen Rhythmen und klassisch interpretierten Chorwerken.

In gleicher Kulisse steigt am Samstag, 24. Juni, 19.30 Uhr, das eigentliche Eröffnungskonzert: Unter dem Titel »Ein feste Burg ist unser Gott – Musik und Texte zur Reformation« präsentieren Kantorinnen und Kantoren der Propstei Oberhessen alte und neue Werke der Kirchenmusik; allesamt hervorgegangen aus der Reformationszeit bzw. davon beeinflusst. Kompositionen von Schütz, Britten, Piazzolla werden u. a. zu hören sein; neben Laubach wird es nur ein zweites Konzert in Büdingen geben.

Fester Bestandteil der von Stadt und evangelischer Gemeinde veranstalteten Reihe ist der besondere Gottesdienst: Sonntag, 25. Juni, 10.30 Uhr, beginnt der und steht unterm Motto »Das Reformationsjubiläum – Feier der Geschichte oder Impuls für die Gegenwart?«. Neben der Orgel sorgt eine Drehleier aus der Zeit Luthers für die Musik. Am Nachmittag des 25. Juni, 17 Uhr, wird die Stadtkirche dann von »Impressionen aus 1001 Nacht« erfüllt: Das 30-köpfige Kinderorchester »Streicherbande« aus Cappel präsentiert die berühmte orientalische Erzählsammlung auf musikalische Weise. Die Zuhörer werden in eine Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen entführt.

»Sand im Orgelwind« ist das Konzert am Mittwoch, 28. Juni, 19.30 Uhr, in der katholischen Kirche überschrieben. Sandmalerin Anne Löper wird ihre faszinierende Licht-Kunst mit Unterstützung durch Jakob Dietz an der Orgel zeigen. Mit Wüstensand erschafft die Illustratorin Gesichter, Figuren, Landschaften, verwischt sie wieder, lässt nacheinander ganze Welten und mit ihnen Geschichten entstehen. Das alles passiert auf einem leuchtenden Tisch, dessen Oberfläche an die Wand projiziert wird.

Das Abschlusskonzert gestaltet am Donnerstag, 29. Juni, 19.30 Uhr, in der ev. Stadtkirche das Duo ZIA. Unter dem Titel »Luther speaks« werden Marcus Rust (Jazztrompete), Christian Grosch (Orgel) und der Sprechlyriker Temye Tesfu der Frage nachgehen, was uns Luther heute noch zu sagen hat. Mit Jazz-Improvisationen verschränkt, werden Texte des Reformators rezitiert, geremixt und neu aufgelegt.

»Wir haben auch dieses Jahr – gemäß dem Titel ›Mixtur‹ – eine vielfältige Interpretation von Orgelmusik zu bieten«, freute sich bei der Vorstellung des Festivalprogramms gestern Morgen Anja Martiné. Die Dekanatskantorin gehört zur Programmkommission, die für die Zusammenstellung der Konzerte verantwortlich ist. Bei dieser Gelegenheit würdigten Kultur- und Tourismusdezernentin Christine Diepolder, Bürgermeister Peter Klug und Sparkassenvorstand Josef Kraus namens der Sponsoren das Engagement aller, die sich in den 25 Jahren für die Konzertreihe engagiert haben. Auf dass dieser kleine, aber feine Glanzpunkt im Kulturleben der Region weiter aufleuchte. Jörg Krüger fasste es mit diesen Worten zusammen: »Es ist dies ein Erfolg von vielen, die jedes Jahre aufs Neue für die Orgeltage motivieren.« Oder, um ein Highlight des Jubiläumsfestivals aufzugreifen, die dafür sorgen, dass kein Sand ins Festivalgetriebe kommt.

Weitere Infos im Netz unter www.mixtur- laubach.de oder beim Kultur- und Tourismusbüro Laubach, Tel. 0 64 05/92 13 21.



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