07. November 2018, 21:33 Uhr

Kein Frieden ohne gegenseitiges Verstehen

07. November 2018, 21:33 Uhr

»Religion – Friedensstifter oder Gewalttreiber?« war das Thema des Gottesdienstes zum Reformationstags auf dem Kirchberg zwischen Lollar und Ruttershausen, zu dem Dr. Samuel Packiam, Direktor des Henry-Martin-Instituts in der indischen Metropole Hyderabad, vor 150 Besuchern predigte. In dem Land, in dem es häufig gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Hindu-Mehrheit und den Moslems als größter religiöser Minderheit gibt, verstehe sich das Henry-Martin-Institut als Mittler zwischen den Religionen und Konfessionen.

Mit Angeboten in Hyderabad selbst, etwa Bildungseinrichtungen für Mädchen und Frauen aus Hindu- und Moslemfamilien, betätige sich das Institut selbst als Friedensstifter. Aber auch die theologische und religionsgeschichtliche Forschung, die dort betrieben werde, sei auf die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens konzentriert.

Dr. Packiam ließ keinen Zweifel daran, dass Religion die Aufgabe habe, den Menschen und die Welt friedlicher zu machen. Wenn im Namen der Religion Gewalt angewendet werde, liege dies an den Menschen, nicht an der Religion selbst. Er erinnerte seine Zuhörer im gotischen Kirchenraum daran, dass die Christen in Indien bei einem Bevölkerungsanteil von lediglich zwei Prozent nur einen geringen Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in dem in dem Land mit 1,3 Milliarden Menschen haben.

In der Übersetzung von Ökumenepfarrer Bernd Apel erfuhren die Gottesdienstbesucher, dass auch in den indischen Kirchen Entwicklungen zu beobachten seien, die dem christlichen Auftrag nicht gerecht würden. Ein Teil der Gläubigen neige dazu, Religion lediglich zu konsumieren oder nur daran zu messen, ob sie zum persönlichen Profit beitragen. Manche Predigten seien entweder zu wenig intellektuell, andere hingegen überforderten die Zuhörer. Gemeinden seien in Gefahr, sich zu geschlossenen Organisationen zu entwickeln, denen die Spiritualität verloren gehe. Es sei eine Herausforderung diesen Entwicklungen zu begegnen, damit die Christen ihren Beitrag zum Frieden weiter leisten könnten.

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