12. Januar 2017, 19:11 Uhr

Kein Frauenbuch

Ist das Buch »Die Witwen« von Dagmar Leupold ein Frauenbuch? Eine Rezension, in der es explizit heißt, es sei keines, sorgte für viel Diskussionsstoff beim Licher Literaturgespräch in der Stadtbücherei. Dort fanden die interessierten Zuhörer keine passende Definition dafür. Vielmehr, so war man sich einig, gebe es Bücher, die stärker Männer oder Frauen ansprechen, aber dennoch für beide Geschlechter ein Lesevergnügen sein sollten.
12. Januar 2017, 19:11 Uhr
Peter Ihring stellt mit Humor den neuen Roman von Dagmar Leupold vor. (Foto: pad)

Ist das Buch »Die Witwen« von Dagmar Leupold ein Frauenbuch? Eine Rezension, in der es explizit heißt, es sei keines, sorgte für viel Diskussionsstoff beim Licher Literaturgespräch in der Stadtbücherei. Dort fanden die interessierten Zuhörer keine passende Definition dafür. Vielmehr, so war man sich einig, gebe es Bücher, die stärker Männer oder Frauen ansprechen, aber dennoch für beide Geschlechter ein Lesevergnügen sein sollten.

Dr. Peter Ihring hatte »Die Witwen« zunächst in einer kleinen Einleitung vorgestellt. Das Buch handelt von vier Frauen, die sich seit Grundschultagen kennen, und die es alle von Berlin aus in dasselbe Moselstädtchen verschlagen hat. Eine von ihnen hat den Gastwirt im Ort geheiratet, die anderen sind ehelos. Witwen sind sie im eigentlichen Sinne nicht, fühlen sich aber oftmals so. Das klingt nach einer konstruierten Vorgeschichte. Ihring erklärte, dass man diese entweder annehmen oder das Werk gleich verwerfen müsse. Denn der Leser müsse mit dem Erzähler stets einen fiktionalen Pakt eingehen, also die Grundvoraussetzungen der Geschichte annehmen. »Ansonsten kann man das Buch gleich zur Seite legen«, meinte er.

Ist der Pakt geschlossen, erfährt man, dass die vier Frauen nie den Führerschein gemacht haben, da sie in Berlin groß wurden. Deshalb suchen sie einen Chauffeur. Den finden sie in einem ehemaligen Wissenschaftler namens Bendix. Mit ihm machen sie eine Reise entlang der Mosel und landen abschließend am Meer.

Das abrupte Ende sorgte beim Gespräch für einige Irritationen. Ihring hatte dazu eine recht positive Meinung: »Mir ist lieber, dass ein Buch zu kurz als zu lang ist.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bücher
  • Definitionen
  • Kunstkritik/Rezension
  • Lesevergnügen
  • Lich
  • Patrick Dehnhardt
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos