16. Mai 2019, 21:51 Uhr

Jazz trifft Kirchenmusik

16. Mai 2019, 21:51 Uhr
Kompetent, kreativ und vom Publikum gefeiert (v. l.): Masafumi Sakamuto, Malte Lemke, Wolfram Dix und Frank Zimpel. (Foto: usw)

Einen glänzenden Auftakt nahm am Mittwochabend die Konzertreihe »Mixtur - Eine Woche mit der Orgel« mit dem Programm »Der weiße Hai im Alpensee« in der heimeligen evangelischen Stadtkirche. Das Ensemble »Percussion Posaune Leipzig« und Organist Frank Zimpel verschmolzen kompetent und kreativ Jazz und Kirchenmusik. Der sehr gut besuchte Abend verschaffte den Zuhörern ungewöhnliche und höchst angenehme Klänge. Das Publikum war durchweg sehr angetan.

Zunächst dankte Bürgermeister Peter Klug herzlich (»Ein riesiges Dankeschön!«) den zahlreichen beteiligten Akteuren, »die uns jedes Jahr dieses Programm aussuchen,« auch für die Realisation der Reihe. Zudem dankte er den Sponsoren, vor allem der Sparkasse Laubach, vertreten durch Direktor Josef Kraus.

Die Veranstalter, die gemeinnützige Laubacher Kultur und Bäder GmbH und die evangelische Kirchengemeinde Laubach konnten sich über ein sehr gut gefülltes Haus freuen. Ton, Video und Licht wurden professionell und sensibel besorgt von »Radio-Aktiv«.

Den ersten musikalischen Akzent setzten die Leipziger Stefan Wagner (Tenorposaune), Malte Lemke (Bassposaune), Masafumi Sakamuto (Tenorposaune) und Wolfram Dix (Schlagzeug ) mit einer feinfühlig intonierten Fassung der Fanfaren von »Also sprach Zarathustra« von Richard Strauss. Warmer und dennoch strahlender Klang der drei Posaunen erfüllte das Haus. Die kollektive Erinnerung an filmische oder rein musikalische Erlebnisse verzauberte die Stimmung. Aber nur kurz, dann ging es schon weiter mit »This could be the start of something big« von Steve Allen (*1957): mit einem schönen Swing und sehr leicht musiziert, schwebte die tanzbare Jazzmusik durchs Gebäude. Aufgelockert wurde die Abfolge durch gelegentliche Texteinstreuungen mit historischen oder auch musikalischen Informationen.

Eine Attraktion für sich: die Orgel

Den ersten Einsatz hatte Organist Frank Zimpel mit Pavel Josef Vejvanowskys (1633-1693) »Sonata la posta« für drei Posaunen und Orgel. Hier kam die eigentliche Mixtur der Konzertreihe zum Tragen, die Kooperation zwischen Ensemble und Orgel. Man musizierte in einem sanften barocken Tempo und in feinem Miteinander der Gruppen, schwungvoll und gut geschlossen.

Ganz allein klangen die Gäste auch ausgezeichnet, etwa in Thomas Morleys (1557-1602) Madrigal »Through Philomela«: schön, zart und differenziert ergab das eine anschmiegsame, attraktive Mehrstimmigkeit.

Ebenfalls ausgezeichnet gelang die Suite für drei Posaunen und Basso continuo, die mit den Posaunen auf der Empore musiziert wurde: verspielt, heiter, im fröhlichen Wechsel und mit sehr kraftvollen Bläsern machte hier der Klang das Haus randvoll. Dafür gab es besonders großen Beifall.

Aber auch solo war die Orgel eine Attraktion. Das Präludium Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian Bach realisierte Zimpel schön zügig und differenziert und brachte in der mäandernden Gestaltung der Komposition den Bachschen Duktus mit seinen zahlreichen Klang- und Melodiefacetten sehr gut zur Geltung. Hochnuanciert und abwechslungsreich war auch das wunderbar klingende Schlagzeugsolo.

Das titelgebende Stück des Abends von Christoph Wundrak geriet mit einem weichen, verheißungsvollen Einklang und dem dreifach solistisch geprägten Mittelteil sehr schwungvoll und völlig geschlossen: noch ein Klangvergnügen. Sehr starker Schlussapplaus bewegte die Gäste zu zwei Zugaben. Die letzte war eine schmusige, langsame und schön süffig gestaltete Version von Gershwins »Summertime«. Drei Posaunen - da kam jeder ins Träumen.

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