03. Mai 2019, 18:57 Uhr

Jagdpächter fordern Strafen für Hundehalter

03. Mai 2019, 18:57 Uhr

Den Jagdpächtern in den drei Lahnauer Ortsteilen Atzbach, Dorlar und Waldgirmes reicht es. Im vergangenen Jahr wurden 50 Rehe von Autos überfahren und 17 Rehe von Hunden getötet. Bei der Mitgliederversammlung der Jagdgenossenschaft im Bürgerhaus in Atzbach forderten sie stärkere Maßnahmen gegen Hundebesitzer, die ihre Tiere frei in der Landschaft laufen lassen. Zu häufig würden Rehe und Hasen durch die Hunde gehetzt.

Leinenpflicht nur in Lahnwiesen

Doch ein Verbot ist nicht so einfach, schilderte Bürgermeisterin Silvia Wrenger-Knispel. Nach hessischen Gesetzen sei es nicht möglich, für den gesamten Bereich von Lahnau eine Leinenpflicht zu verordnen. Diese besteht aber in den Lahnwiesen. Zuwiderhandlungen können geahndet werden.

Die eingesetzten Ranger würden Verstößen nachgehen. Dies habe auch eine Einsicht bei Hundebesitzern zur Folge. Für ganz Lahnau könnten die Ranger allerdings nicht eingesetzt werden.

Die Jagdpächter machten ihrer Ohnmacht Luft. Wenn sie einen Hundebesitzer zur Rede stellten, sei es vorgekommen, dass wenige Tage später ein Hochsitz umgestoßen werde oder Autoreifen zerstochen werden, sagte Frank Zimmermann, Jagdpächter in Waldgirmes. Dieter Kraft, Jagdpächter in Atzbach, schilderte, dass Pferdebesitzer den Zaun um ihre Koppeln nicht abbauen, wenn sie die Pferde auf eine andere Weide führen. Derzeit seien vier Kilometer Zaun gespannt, die keine Funktion haben. Diese Zäune stellten eine hohe Gefahr für das Wild dar. Es komme immer wieder vor, dass Rehe in den Zäunen verenden. Das Stehenlassen der Zäune sei ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz.

Von Rowdytum im Dorlarer Revier berichtete Reiner Sonneborn. So habe es einen Einbruch in die Jagdhütte gegeben. Ein Zeitgenosse sei 13 Leitersprossen emporgeklettert, um einen Flachbildschirm auf dem Hochsitz zu entsorgen. Ein anderer habe ein altes Fahrrad einfach in einen Baum gehängt. An der Amendsmühle wurde ein Plastiksack angeschwemmt, in dem der Kadaver eines Rehbocks zu finden war. Der Bock wies eindeutige Bissspuren eines Hundes auf.

Sonneborn beklagte, dass immer mehr Geochaching-Sportler Minireflektoren in den Wald bringen, ohne mit dem Besitzer zu sprechen. Diese stellten eine Gefahr für die Wildtiere dar.

Der Jagdpächter klagte auch über Motocrossfahrer und Mountainbiker, die Tag und Nacht durch den Wald rasten. Sogar Bäume würden umgesägt, um eine Trasse für die Fahrer zu bauen. Die Tiere benötigten Rückzugsraum, der ihnen durch die rücksichtslosen Fahrer genommen würde. Insgesamt wurden in den drei Jagdbezirken 145 Rehe geschossen oder kamen anderweitig ums Leben. 73 Stück Schwarzwild wurden im Abschussplan verzeichnet.

Pacht gemindert

Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Manfred Fiedler, dankte den Jagdpächtern für ihren Dienst zur Pflege der Natur. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde 55 470 Euro Jagdpacht erziehlt. Dieses Geld wurde eingesetzt für den Feld- und Waldwegebau, zur Gewässerunterhaltung und zur Renaturierung. Auch 2019 soll ein ähnlicher Betrag erzielt werden. Dieser soll an die Gemeindekasse gehen, so das einstimmige Votum der Genossenschaftsmitglieder. Einstimmig votierten sie auch dafür, dass die Jagdpacht in Dorlar erneut um 500 Euro gemindert wird, da die Jagd durch den Brückenbau der A 45 beeinträchtigt ist.

Schließlich stimmten den Mitglieder auch zu, die Kosten für Warnschilder zu übernehmen, die während einer Drückjagd an den Landesstraßen aufzustellen sind. Fiedler wies darauf hin, dass die Jagdpächter im vergangenen Jahr Blühsamen ausgesäht haben, um Bienen und anderen Insekten mehr Lebensraum zu bieten. Diese Aktion soll in diesem Jahr wiederholt werden.

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