Kreis Gießen

Indianer und Siedler Hand in Hand

Im Sommer werden vier Beuerner Pfadfinder das Weltpfadfinderlager in Nordamerika besuchen. Dabei werden sich 45 000 Pfadfinder treffen. Das Ereignis wirft in Beuern bereits seine Schatten voraus: So prägten Spiele rund um Indianer, Siedler und Cowboys das Winterlager der »Beuerner Wikinger«.
07. März 2019, 22:23 Uhr
Redaktion
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Die Pfadfinder finden die geheime Strecke der Bahnlinie heraus. (Foto: Svenja Peters)

Im Sommer werden vier Beuerner Pfadfinder das Weltpfadfinderlager in Nordamerika besuchen. Dabei werden sich 45 000 Pfadfinder treffen. Das Ereignis wirft in Beuern bereits seine Schatten voraus: So prägten Spiele rund um Indianer, Siedler und Cowboys das Winterlager der »Beuerner Wikinger«.

Statt Kampf und Blutvergießen wurde jedoch eine Variante gewählt, bei der sich Pfadfinder friedlich für die Ureinwohner und ihren Lebensraum einsetzen. Anlass dazu gab es freilich genug, denn schon bald wurde die Nachricht der Eisenbahngesellschaft verbreitet, eine Bahnstrecke mitten durch die Jagdgründe der Atakapa bauen zu wollen. Für die Mädchen und Jungen war dies Anlass genug, sich zunächst mit der Gegend vertraut zu machen, Kenntnisse im Kartenlesen und Orientieren aufzufrischen und schließlich den bis dahin geheimen Verlauf der geplanten Bahnstrecke durch das Bewältigen verschiedener Aufgaben herauszubekommen.

Handwerkerlager im Herbst

Dass am Ende des Wochenendes eine sozial- und naturverträgliche neue Streckenführung gefunden wurde, ist dem Verhandlungsgeschick der Pfadfinder zu verdanken, die sich zudem mit den Atakapa bemühten, hinreichend Felle zur Deckung der Mehrkosten im Rahmen eines Geländespiels zu besorgen.

Auch die vielfältigen kreativen und handwerklichen Angebote ließen die Pfadfinder in die Kultur der Indianer eintauchen. So wurden von den Jüngsten Trommeln aus Blumentöpfen hergestellt, während sich die Älteren an Schmuck- und Lederarbeiten versuchten. Indianische Symbole und Ornamente nutzte eine Gruppe zur Herstellung von Linoldruckstempeln, um damit selbst gebundene Hefte zu bedrucken.

Im Rahmen des Winterlagers fand die jährliche Stammesversammlung statt. Hier ließ die Stammesführung die vielfältigen Fahrten und Lager sowie sonstigen Angebote der Pfadfindergruppe Revue passieren und warf einen Blick auf die geplanten Highlights 2019. So wird es neben den vielen Wochenendaktivitäten eine Teilnahme der Jüngsten am Landeswölflingslager geben, während eine Gruppe der Älteren im Sommer zwei Wochen durch Ungarn wandern und sich abschließend noch einige Tage mit weiteren hessischen Pfadfindern zu einem gemeinsamen Lager treffen wird. Für den Herbst ist ein Handwerkerlager des gesamten Stammes auf dem Vereinsgelände am Badeplatz geplant, bei dem unter anderem das Schmiede- und Steinmetzwerkzeug wieder zum Einsatz kommen wird.

Stammesführerin Svenja Peters trat aus beruflichen und privaten Gründen zurück. Die Versammlung wählte daraufhin Laurenz Kremer (bislang Stellvertreter) zum Stammesführer und Marie Backes zu seiner Vertreterin. Beide überreichten Svenja Peters einen Wellnesskorb als Dank für vier Jahre Engagement an der Spitze der Beuerner Pfadfinder.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Indianer-und-Siedler-Hand-in-Hand;art457,561680

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