24. März 2019, 19:03 Uhr

In Albach ist es ein bisschen wie beim Brexit

24. März 2019, 19:03 Uhr

Beim Feuerwehr-Verein in Albach ist es ein bisschen wie beim Brexit. Man tagt und tagt und findet doch keine Lösung. Der Konflikt mit dem Gemeindevorstand und die Auflösung der Einsatzabteilung stellen seit einem Jahr die Existenz des Vereins in Frage. Bei der Jahreshauptversammlung am Samstag ging es nun um die Alternative: Wahl eines neuen Vorstands oder Auflösung. Aufgelöst wurde der Verein zwar nicht, aber ein arbeitsfähiger Vorstand konnte auch nicht gewählt werden. Am Ende eines langen Abends waren nur die Posten des Kassierers und zweier Beisitzer besetzt.

Dabei war die Versammlung gut gestartet. Seit der Rücktrittsankündigung des alten Vorstands hatte Feuerwehr-Urgestein Karl-Heinrich Dippel viele Gespräche geführt. Nun stellte er sich für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung, aber nur unter einer Voraussetzung: dass sein Wunsch-Team ebenfalls komplett gewählt würde.

Nach mehreren schriftlichen Abstimmungen war klar: Der Plan ist gescheitert. Zwar bekamen Dippel sowie Ulrich Wolf als zweiter Vorsitzender und Dieter Artz als Schriftführer die erforderliche Mehrheit der mehr als 50 anwesenden Mitglieder. Aber Dieter Appelt, der in Dippels »Kabinett« die Kasse führen sollte, fiel mit 22 Ja-, 23 Nein-Stimmen und acht Enthaltungen knapp durch. Da half es auch nicht, dass sich Hans-Gerd Frackenpohl als Ersatz zur Verfügung stellte und mit breiter Mehrheit gewählt wurde. Dippel, Wolf und Artz nahmen ihre Ämter nicht an. Er habe viele Gespräche geführt, bis er die Fachleute, mit denen er die Aufgabe stemmen wollte, zusammen hatte, sagte Dippel zu seinem Rückzieher. »Aber meinem Vorschlag ist nicht entsprochen worden.«

Appelts Ablehnung macht deutlich, welche Spuren die vergangenen zwei Jahre bei den Feuerwehrleuten hinterlassen haben. Appelt sitzt im Gemeindevorstand. Laura Schmitt warf ihm vor dem Wahlgang vor, für die Auflösung der Einsatzabteilung gestimmt zu haben. Eine Stellungnahme lehnte er ab. Abstimmungen im Gemeindevorstand seien geheim. »Und wenn ich heute nicht gewählt werde, kann ich auch damit leben.«

Aktuell hat der Feuerwehr-Verein lediglich einen Rumpf-Vorstand. Ihm gehört neben Kassierer Frackenpohl der neu gewählte Beisitzer Rainer Schmitt an, außerdem Karl-Heinrich Dippel, der bisher schon Beisitzer war und als einziges Mitglied des alten Vorstands nicht zurückgetreten ist. Diese Drei haben nun die undankbare Aufgabe, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Sie müssen eine weitere Mitgliederversammlung einberufen und versuchen, Kandidaten für die vakanten Vorstandsposten zu finden. Frackenpohl gab sich zuversichtlich: »Wir kriegen das schon auf die Rolle.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abstimmungen
  • Brexit
  • Dieter Appelt
  • Existenz
  • Gespräche
  • Kabinett
  • Karl Heinrich
  • Krisen
  • Rücktritte
  • Ulrich Wolf
  • Vereine
  • Fernwald
  • Ursula Sommerlad
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.