04. Oktober 2018, 21:26 Uhr

Immer zuerst aufs Kind geschaut

04. Oktober 2018, 21:26 Uhr
Viele gute Wünsche und einen Blumenstrauß gaben die Anneröder Kindergartenkinder der scheidenden Kita-Leiterin Gabriele Herzfeld (r.) mit auf den Weg. (Foto: us)

46 Jahre lang hat sie ihren Beruf ausgeübt. Er hat ihr immer Spaß gemacht, auch wenn die letzten zehn Jahre ziemlich anstrengend waren. Jetzt kann es Gabriele Herzfeld etwas ruhiger angehen lassen. Mit 63 Jahren hat sich die Leiterin des Kindergartens »Wirbelwind« in Annerod in den Ruhestand verabschiedet.

In Annerod war die Erzieherin aus Halle an der Saale die längste Zeit ihres Berufsleben tätig. Vor bald 26 Jahren, am 1. November 1992, hatte sie dort angeheuert. Mit drei Gruppen und vier Erzieherinnen war der Kindergarten damals sehr überschaubar. Das hat sich gründlich geändert. Sechs Gruppen mit knapp 120 Kindern im Alter zwischen einem und sechs Jahren, 19 Erzieherinnen plus Reinigungskräfte musste Gabriele Herzfeld zuletzt managen.

Die Leitung der wachsenden Einrichtung hatte sie 2009 von ihrer Vorgängerin Barbara Krompasky zunächst kommissarisch übernommen. Bald darauf sollte es rund gehen. 2010/2011 wurde das Obergeschoss ausgebaut, 2013/14 folgte ein Anbau. »Alles bei laufendem Betrieb«, wie sich die scheidende Kita-Leiterin erinnert. »Das war für alle Beteiligten eine große Herausforderung.« Für die Kinder allerdings seien die Bauarbeiten eine spannende Sache gewesen. »Die fanden das toll, wenn hier die Bagger rollten.«

Dass Herzfeld allen äußeren Herausforderungen zum Trotz stets »zuallererst aufs Kind geschaut hat«, machte Angelika Helwig, die Kita-Leiterin aus Steinbach, deutlich. »Wir haben gut zusammen gearbeitet«, sagte sie. Auch Beate Gronefeld von der Gemeindeverwaltung bedankten sich für das gute Miteinander. Dass Gabriele Herzfeld in den vergangenen 26 Jahren zu einer festen Größe in Annerod geworden ist, machte Melanie Becher, die Vorsitzende des Elternbeirats, deutlich. »Die Kinder von damals sind die Eltern von heute.«

Dankbar zeigte sich Herzfeld über die stets große Unterstützung seitens der Gemeinde, nicht zuletzt von Bürgermeister Stefan Bechthold. »Wir hatten ein sehr kollegiales Verhältnis«, sagte sie und Bechthold benutzt später genau die gleichen Worte. Als sich die beiden 2010 kennenlernten, herrschte in Sachen Kinderbetreuung Aufbruchstimmung, die der Bürgermeister mit wenigen Stichworten umschrieb: Anbau, Umbau, Kinder zwischen eins und sechs, unterschiedliche Zeitfenster. Und, wie er betonte: »Die Dynamik geht weiter.« Den Bau einer zweiten Kindertagesstätte in Annerod und die Veränderungen an der benachbarten Grundschule konzeptionell zu begleiten, wird die Aufgabe von Herzfelds Nachfolgerin Fiolla Dervishi-Maliqi sein, die sich in den vergangenen Monaten eingearbeitet und nun zum 1. Oktober die Leitung in Annerod übernommen hat.

Gabriele Herzfeld schmiedet derweil Pläne. Erst einmal will sie mit ihrem Mann im Hausboot über die Mecklenburgische Seenplatte schippern. Und sie freut sich auf mehr Zeit für ihre beiden Enkelinnen und ihre Mutter. »Für mich wird’s nicht ruhig, ich bin familiär gut beschäftigt.« Und falls sie den Kindergarten doch vermissen sollte: Sie wäre dort jederzeit willkommen. Zum Beispiel als Lesepatin. Die werden aktuell nämlich gesucht.

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