08. April 2018, 18:57 Uhr

Immer weniger Mitglieder und Lehrlinge

08. April 2018, 18:57 Uhr

»Nach einem Jahr muss ich gestehen, dass mir die Aufgabe und die Arbeit als Obermeister der Fleischerinnung Gießen richtig viel Spaß macht – und ich mir wünschen würde, wenn wir zukünftig noch mehr Betriebe motivieren könnten, bei uns mitzumachen.« Mit diesem »Geständnis« eröffnete Carlos Zach-Zach (Gießen) in der »Schönen Aussicht« in Launsbach die Innungsversammlung der Fleischer aus Stadt und Kreis. Der Wunsch des Obermeisters ist verständlich, sinkt die Zahl der Mitgliedsbetriebe doch seit Jahren kontinuierlich. Anfang 2018 waren es nur noch 17 und damit zwei weniger als vor Jahresfrist.

Doch die Innungen gäben nicht auf, arbeiteten laut Zach-Zach mit dem hessischen und deutschen Fleischerverband für den Erhalt dieses Handwerks. Dabei gerät auch die neue Bundesregierung ins Blickfeld. Denn im Koalitionsvertrag ist von der Stärkung der Verbraucherrechte ebenso die Rede wie beispielsweise dem Erreichen der Klimaziele oder dem verstärktem Einsatz erneuerbarer Energien. Laut Zach-Zach, könne jeder Fleischerbetrieb seinen Teil zum Klimaschutz beitragen und zugleich Kosten sparen. Der deutsche Fleischerverband habe sich bereits mit diesem Thema beschäftigt und ein Konzept erarbeitet, bei dem es auch darum gehe, klimarelevante Emissionen bei Produktion und Verarbeitung zu reduzieren und nicht vermeidbare Emissionen zu kompensieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Innungsarbeit ist laut Zach-Zach im Bereich Ausbildung angesiedelt. Die Lehrlingszahlen sind rückläufig und geben Anlass zur Sorge, zumal dies auch Auswirkungen auf die Arbeit der Berufsschulen und ihre Standorte haben werde. Die Fleischerinnung Gießen spricht sich gegen eine in der Diskussion befindliche Verkürzung der Ausbildungszeit für Fleischer und Fachverkäuferinnen aus. Eine fundierte Grundausbildung, die im Lebensmittelhandwerk – wie schon teils praktiziert – auch gemeinsam mit den Bäckern erfolgen könne, sei notwendig. Danach werde in den unterschiedlichen Gewerken ausgebildet und im letzten Drittel spezialisiert. Die Gießener Fleischer bezweifeln, dass eine Verkürzung der Lehrzeit auf zwei Jahre zu einer Erhöhung der Ausbildungszahlen führen würde.

Im Rahmen der Innungsversammlung überreichte der Obermeister die im Rahmen der erfolgreichen Teilnahme an der jüngsten »Freiwilligen Selbstkontrolle« erworbenen Qualitätsurkunden für prämiierte Produkte aus elf Innungsbetrieben, die insgesamt 32 Proben eingereicht hatten. Die prämiierten Betrieb sind: Bechthold (Heuchelheim), Esther Schnaut (Launsbach), Kristina Schnaut (Lollar), Hörle (Rodheim-Bieber), Krämer (Lollar), Nitzsche (Muschenheim), Schneider (Lich), Ubl & Standfest (Langsdorf), Kielbassa (Lardenbach), Zach-Zach (Gießen) sowie Die Limes-Metzger (Hungen).

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