24. Mai 2018, 21:43 Uhr

Immer häufiger Beratung von Privatleuten

24. Mai 2018, 21:43 Uhr
Eine aktuelle Naturschutzmaßnahme der Landschaftspflegevereinigung zusammen mit dem Forstamt Wettenberg ist das FFH-Gebiet »Rimberg« bei Bieber. Das Foto zeigt eine Orchideenwiese. (Foto: vh)

Die Landschaftspflegevereinigung (LPV) Gießen kümmert sich seit 1991 kreisweit um Anliegen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Dem gemeinnützigen Verein gehören Landwirte, Naturschutzvereine und Kommunen an. Im Rahmen der Mitgliederversammlung in der Badenburg sprach die Geschäftsführerin Ingrid Moser von einer Zunahme der betreuten Projekt auf derzeit 76. Hessenweit fragten Landkreise um Mithilfe nach. Man bemühe sich deshalb um eine allgemeine Vertragsregelung. Die LPV ist ein Dienstleister mit Personal und muss kostendeckend arbeiten.

Der neue Mitarbeiter Fabian Zech stellte sich vor. Er hat Umweltmanagement studiert und ist im Vogel- und Naturschutzverein Biskirchen engagiert. Die Mitgliederversammlung wählte als neuen Vertreter der Landwirte Jens Michel (Langsdorf) in den Vorstand.

Ausgleichsflächen im Fokus

Busecks Bürgermeister Dirk Haas wurde neu zum Schatzmeister gewählt. Er berichtete, zusammen mit der LPV sei in Buseck das ehemalige NATO-Depot renaturiert worden. Nächstes Projekt sei der Flächenausgleich für die Erweiterung des Edeka. Zum Rechnungsprüfer wählte man Bürgermeister Thomas Benz (Allendorf/Lumda).

LPV-Vorsitzende Dr. Christiane Schmahl teilte mit, nach ihrer Einschätzung habe das Land Hessen bisher wenig Kontakt zu den Landschaftspflegeverbänden gesucht. Mittlerweile benötige Wiesbaden Bearbeitungshilfe für die Betreuung der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete. Insofern habe die Gießener Vereinigung zugesagt, man übernehme FFH-Aufgaben. Die erste Gegenleistung dafür: Wiesbaden stellt für den Haushaltsplan 2018 Geldmittel über 21 000 Euro bereit. Das finanziert für ein halbes Jahr eine halbe Stelle in der LPV-Geschäftsstelle.

Im Jahresbericht (Mai 2017 bis April 2018) der Vorsitzenden steht, dass die Beratungstätigkeit zunimmt und oftmals von Privatpersonen beansprucht wird. Die Streuobstflächen linksseitig der Marburger Straße (stadtauswärts) in Gießen wurden fast alle an Gruppen vermittelt. Diese kümmern sich um Neuanpflanzung, Baumschnitt und Ernte. Öffentlichkeitsarbeit dafür machen der ansässige Kindergarten und Obst- und Gartenbauverein Wieseck.

Im Herbst entfiel das Projekt »Apfelsaft-Vermarktung« aus Mangel an Obst. Schmahl bedauert, dass Fördermittel zur Finanzierung großer Streuobstbestände ausgesprochen zäh fließen. Der Landkreis Gießen fordert von den Kommunen eine Bearbeitung des Ausgleichs für alte Bebauungspläne, sodass Rathäuser vermehrt auf die LPV zukommen. Manchmal liegen über 40 Bebauungspläne auf dem Geschäftsstellentisch. Eine Frage aus der Versammlung betraf den Herdenschutz beim Auftreten eines Wolfes. Schmahl sagte, die Nutztierhalter verdienten ohnehin zu wenig Geld. Naturschutz benötige dauerhafte Weidetierhaltung. Die LPV werde vielleicht eine Resolution an den Landtag formulieren.

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