18. Oktober 2017, 04:55 Uhr

Immelmann-Denkmal: Chronologie der Kontroverse in Staufenberg

Jahrzehntelang diskutierten sich die Menschen wegen des Immelmann-Denkmals die Köpfe heiß. Eine Chronologie der Kontroverse.
18. Oktober 2017, 04:55 Uhr
Foto: khn
1964: Die Stadt Staufenberg erlaubt der Traditionsgemeinschaft des Sturzkampfgeschwaders 2 »Immelmann«, das Denkmal zu bauen.

1965: Das Denkmal wird eingeweiht.

ab 1979: Neonazistische Gruppen missbrauchen die Treffen als Bühne; dagegen regt sich immer mehr Protest.

1981: Unbekannte montieren im Mai die beiden Stukas am Denkmal ab.

1988: Neonazis sind wieder rund um das Denkmal aktiv. Bürgermeister Horst Münch tritt deshalb an die Traditionsgemeinschaft heran und bittet darum, den Mast des Denkmals abbauen zu dürfen. Die lehnt ab: Forderungen linksradikaler Gruppen dürfe nicht nachgegeben werden. Vielmehr sollten die gestohlenen Flugzeugmodelle wieder angebracht werden.

1989: Vor allem die DGB-Ortsgruppe Lollar/Staufenberg fordert den Abriss »dieses Denkmals der faschistischen Traditionsgemeinschaft Immelmann«. Bürgermeister Horst Münch wurde von Menschen – nicht nur aus Staufenberg – angegriffen: Das Denkmal müsse stehen bleiben!
    
Aufmärsche verhindern

    
1993: Das Stadtparlament verabschiedet eine Resolution gegen die »Deutsche Liga für Volk und Heimat« und ihr Umfeld. Darin wird das Verbot jeglicher Veranstaltungen dieser und anderer rechtsextremer Organisationen auf und an der Burg Staufenberg begrüßt. In der Resolution wird der Magistrat aufgefordert, zu prüfen, das Immelmann-Denkmal – und damit einen Aufmarschort extremer Rechter – zu entfernen.

2000: Im Stadtparlament fragen die Grünen, wann das Denkmal endlich abgerissen wird. Noch in der Sitzung kommt es zu einem Disput: Die CDU erwidert, das Denkmal solle stehen bleiben. Der Streit geht nach der Sitzung weiter und weitet sich aus. Nun berichten auch Fernsehsender und die Frankfurter Rundschau. Die schreibt »Junge Union hält fest am Tummelplatz der Rechten – Schon vor sechs Jahren sollte das Immelmann-Denkmal abgerissen werden – CDU-Nachwuchs will das verhindern.«

November 2000: Landesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ernst Richter fordert den Abriss des Ingelmann-Denkmals. Die Stadtverordnetenversammlung Staufenberg entscheidet aber anders, und zwar mit Mehrheit für den Erhalt. Am Ende gibt es 22 Jastimmen bei 26 Stadtverordneten. Der Wortlaut: »Das Immelmann-Denkmal auf der Burg Staufenberg bleibt als Zeugnis der Zeitgeschichte bestehen, um eine aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten und Folgen des verbrecherischen Nazi-Regimes und seiner falsch verstandenen Heldenverehrung zu ermöglichen.« Gegen den Antrag votieren zwei Grünen-Politiker, es enthalten sich ein Sozialdemokrat und ein Grüner.

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