12. Januar 2017, 19:35 Uhr

Im Dienst der Wahrheit

Sie stehen voll im Berufsleben und sind daneben seit 18 beziehungsweise 16 Jahren ehrenamtlich als Richter an hessischen Arbeitsgerichten tätig: Für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt wurden Karin Löchel aus Bellersheim, Klaus Leib aus Wißmar, Hans-Jürgen Schulz aus Rodheim-Bieber und Rainer Weiß aus Leihgestern mit dem Ehrenbrief des Landes ausgezeichnet. »Sie dienen der Wahrheit, sind bemüht, alle Parteien anzuhören und Einigkeit herzustellen – so funktioniert Demokratie«, sagte Landrätin Anita Schneider beim feierlichen Ortstermin in der Kreisverwaltung. Schneider betonte die Wichtigkeit dieses Ehrenamtes, da hier in der Rechtsprechung »Volkes Stimme« und Souveränität zum Ausdruck komme, was zur hohen Akzeptanz unseres Rechtssystems beitrage.
12. Januar 2017, 19:35 Uhr
Peter Gegenwart und Anita Schneider (v. l.) ehren Karin Löchel, Klaus Leib, Hans-Jürgen Schulz und Rainer Weiß. (Foto: son)

Sie stehen voll im Berufsleben und sind daneben seit 18 beziehungsweise 16 Jahren ehrenamtlich als Richter an hessischen Arbeitsgerichten tätig: Für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt wurden Karin Löchel aus Bellersheim, Klaus Leib aus Wißmar, Hans-Jürgen Schulz aus Rodheim-Bieber und Rainer Weiß aus Leihgestern mit dem Ehrenbrief des Landes ausgezeichnet. »Sie dienen der Wahrheit, sind bemüht, alle Parteien anzuhören und Einigkeit herzustellen – so funktioniert Demokratie«, sagte Landrätin Anita Schneider beim feierlichen Ortstermin in der Kreisverwaltung. Schneider betonte die Wichtigkeit dieses Ehrenamtes, da hier in der Rechtsprechung »Volkes Stimme« und Souveränität zum Ausdruck komme, was zur hohen Akzeptanz unseres Rechtssystems beitrage.

Dr. Peter Gegenwart, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Frankfurt, dankte den Ehrenamtlichen ebenfalls. »Ihre Arbeit ist für die Gerechtigkeit im Einzelfall, aber auch für die Akzeptanz nach außen unverzichtbar.« Oft seien schwierige Abwägungsentscheidungen zu treffen, für die man die wertvollen Erfahrungen der Ehrenamtlichen brauche. »Sie sorgen für die Herstellung von Gerechtigkeit. « Richter müssten den Rechtssuchenden als Menschen achten. »Die Kammer ist nicht die Hauptperson der Gerichtsverhandlung, sondern die Parteien des Rechtsstreits.« Ihnen zugewandt müsse die Verhandlungsführung sein, jeder soll seine Sicht der Dinge darstellen dürfen. »Die Richter müssen geduldig zuhören, um zu erfahren, worum es den Parteien wirklich geht.« Man dürfe sich nicht von Gefühlen oder pauschalen Wertungen leiten lassen.

Gegenwart lobte das konstruktive Miteinander am Richtertisch. »Manche denken vielleicht, wo Berufsrichter sowie Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammensitzen, müssten gesellschaftliche, politische und ökonomische Gegensätze aufeinanderprallen, dass es nur so kracht.« Dem sei nicht so. »Es gibt keinen Klassenkampf in der Kammer.« Überdurchschnittlich oft werde in der Kammer eine gemeinsame Lösung erarbeitet und damit ein Vergleich zwischen beiden Streitparteien möglich.

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