26. April 2019, 22:18 Uhr

Ideen für Biotoplandschaft

26. April 2019, 22:18 Uhr

Wasservögel, Insekten, seltene Pflanzen: Das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Wetterau ist als Biotop hessenweit von Bedeutung. Als »Hotspot der Artenvielfalt« erstreckt es sich über die drei Landkreise Gießen, Wetterau und Main-Kinzig. Um gemeinsam mit vielen Beteiligten neue Ideen zu Naturschutz und Nutzung zu sammeln, hat ein erster Workshop in Hungen stattgefunden.

Wie können unterschiedliche Interessen von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus in Einklang gebracht werden? Welche Ansprüche gibt es? Vor allem darum drehte sich die Diskussion in der Stadthalle. Unter den über 100 Interessierten waren Vertreter aus allen Bereichen. Zu der Veranstaltung hatten die drei Kreise Wetterau, Gießen und Main-Kinzig eingeladen.

Gießens Naturschutzdezernentin Dr. Christiane Schmahl führte in die Thematik ein. Das Projekt Auenverbund soll in die nächste Phase geführt werden. Die Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinweg soll vor allem dem Schutz der Artenvielfalt in den Auen entlang von Wetter, Horloff und Seenbach dienen, den Auenverbund fortführen und weiterentwickeln.

Christian Sperling, Fachbereichsleiter für Regionalentwicklung und Naturschutz des Wetteraukreises, erläuterte die Gebietskulisse, die bis zu den Oberläufen von Wetter und Horloff erweitert wurde. Er stellte den Auenverbund Wetterau vor und schilderte die Visionen für die Weiterentwicklung des Auenverbundes für das Jahr 2025. Wolfgang Wagner vom Büro Planwerk stellte die möglichen Fördertöpfe vor und erläuterte konkrete Vorhaben in den fünf Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft, Bürger, Regionalentwicklung und Wasser.

Ein reger Austausch fand im Anschluss an fünf Thementischen statt. Moderator Frank Uwe Pfuhl vom Büro »Landkonzepte« bat um Ideen, Anregungen und Kritik. Dabei wurde rasch deutlich, wie unterschiedlich Sichtweisen und Interessen der Teilnehmer sind – und wo die Suche nach gemeinsamen Lösungen und Kompromissen nötig ist.

Zum Beispiel beim Thema Naherholung: Während viele Spaziergänger die Auen nutzen, kritisieren vor allem Landwirte eine zunehmende Zahl freilaufender Hunde. Deren Hinterlassenschaften verschmutzen Wiesen, die eigentlich wertvolles Heu liefern sollen. Freilaufende Hunde sind auch eine Gefahr für Bodenbrüter – womit die Diskussion beim Naturschutz ankam. Naturschützer legen Wert auf die Schaffung und Bewahrung von Lebensräumen für bedrohte Tiere und Pflanzen. Dazu gehört zum Beispiel die Rückkehr des Bibers, der die Flusslandschaft nachhaltig verändert. Viele Landwirte sehen aber genau das skeptisch.

Weiterer Aspekt: Die Entwicklung des Tourismus in der Region. So wurde der Wunsch geäußert, das Gebiet mit Radwegen zu erschließen und an die vorhandenen Tourismusregionen Lahntal und Vogelsberg anzuschließen. Andere wiederum befürchten, dass die letzten ungestörten Winkel damit zugänglich würden.

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