30. Oktober 2018, 21:36 Uhr

Hommage an Emil Nolde

30. Oktober 2018, 21:36 Uhr
»Noldes Blumen« sind Grundlage für das außergewöhnliche Werk von Ben Kamili. (dis)

Ein ungewöhnliches Werkschaffen ist unter dem Titel »Noldes Blumen« in der »Galerie N°5« des Kunst- und Kulturforums Laubach zu bestaunen. Gezeigt werden Arbeiten von Ben Kamili – der Künstler lehnt sich in seinen Arbeiten eng an die Blumenbilder Emil Noldes und dessen eruptive Malerei in einer einzigartiger Farbintensität an. Anlässlich der Vernissage am Samstagnachmittag führte Kamili selbst nach der Begrüßung durch Kulturforum-Vorsitzenden Arnold Schleier in die Ausstellung ein.

Immer wieder begibt sich der 1969 in Mazedonien geborene Pleinair-Maler auf künstlerische Reisen, um die geballte Schönheit von Landschaften einzufangen. Sein Antrieb ist die stetige Suche nach berührenden Motiven, die von blühenden Wiesen und Feldern über Wolkenformationen und Gewässer bis hin zu Architekturen in der Landschaft reichen. Die sinnlich-expressiven Kompositionen Kamilis beruhen auf einem tiefgründigen Zeichenverständnis.

Mit Blick auf die Laubacher Galerie bestand der Künstler darauf, dass die weißen Wände zunächst einen farbigen Anstrich erhielten (»ein Maler lebt von der Farbe«). Das liegt vermutlich darin begründet, dass er einst als Krankenpfleger gearbeitet hat und ihm weiße Wände in keiner guten Erinnerung geblieben sind. Was bei den gewichtigen Bildern auffällt (der runde bunte Blumenstrauß wiegt 16 Kilo), ist der opulente Farbauftrag. Dies führt Kamili darauf zurück, dass er als Kind viel mit Tonerde gespielt hat. Reliefartig entledigen sich die Leinwände ihrer Zweidimensionalität. Es sieht aus, als ob die dicken Farbschichten ein Eigenleben führen. Der Entscheidung für ein Motiv wird ein strategischer Arbeitsprozess vorangestellt, der mit dem Transport unzähliger Farbkanister und dem Positionieren der Staffelei unter freiem Himmel einhergeht.

Ausgestattet mit einem bemerkenswerten Gespür für Farben und einem geschulten Malerauge, schafft er es, lebensfrohe Abbilder von unterschiedlichen Landschaften auf die Leinwand zu bringen. In seinen Blumenbildern kommt Kamili auf Nolde zurück. Der habe einmal auf die Frage eines Museumsdirektors, der genau wissen wollte, welche Blume er da gemalt habe, geantwortet: »Wie die kleinen orangefarbenen Blüten links heißen, weiß ich nicht. Die Namen waren mir immer weniger bedeutend als die Blumen selbst!«

Die Ausstellung kann bei freiem Eintritt bis 16. Dezember besucht werden (Sa. 11 bis 12.30 Uhr, So. 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 0 64 05/95 07 30).

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