05. Februar 2019, 22:11 Uhr

Hoffnung auf Wohnungsbaudarlehen genährt

05. Februar 2019, 22:11 Uhr

Der Beschluss reicht zurück ins Jahr 2017, genau bis zum 26. September. Gewissermaßen eine Ergänzung zur damaligen Übereinkunft des Stadtparlamentes Laubach, mit weiteren Finanzhilfen die »Dorfschmiede« Freienseen vor dem Konkurs zu bewahren. Und somit der Empfehlung des vorläufigen Insolvenzverwalters Ralf Diehl zu folgen, die da – sinngemäß – lautete: »Jetzt, da die Kuh vom Eis ist, sollte man sie nicht schlachten.« Auf FW-Antrag hatte das Plenum damals von der Verwaltung verlangt, dem Haupt- und Finanzausschuss halbjährlich »relevante Geschäftszahlen« vorzulegen.

Thema sind die in der gestern angelaufenen ersten Sitzungsrunde des Fachausschusses im neuen Jahr. Das Papier aus der Feder von Bürgermeister Peter Klug liegt dieser Zeitung vor, und es stützt die Zuversicht der Verantwortlichen.

An sich, so schickt der Rathauschef voraus, handele es sich hier um eine Aufgabe der Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH. Oder der evangelischen Kirche, die das Gros der Gesellschafteranteile hält. Eigentlich sei er nicht einmal legitimiert, den Bericht vor dem Ausschuss abzugeben. Dessen erster wesentlicher Bestandteil ist jüngst eingegangene Mitteilung der Wirtschafts- und Investitionsbank (WIBank), 173 000 Euro Wohnungsbaudarlehen »direkt an die Stadtwaldstiftung auszuzahlen«. Was auch laut Klug die Hoffnung auf zeitnahe Bewilligung der ersehnten Gelder nährt, auch wenn der Verwendungsnachweis (»mit Hochdruck dran«) noch nicht fertig, ein Gespräch bei der WI-Bank noch ausstehe, wie er einschränkte.

Wie berichtet, entscheidet die landeseigene WIBank über die Bewilligung eines Darlehens zur Förderung der drei Sozialwohnungen der »Dorfschmiede«. Grundlage dafür ist das Sanierungsgutachten, das Wiesbaden ob der finanziellen Schieflage des Begegnungszentrums verlangt hatte. Dass die Erhebung des Wirtschaftsprüfers Schulze den Vorgaben entspreche, hat die WIBank nun bestätigt.

Zahlung an Stadtwaldstiftung

Klug nennt weitere »relevante Zahlen«: Etwa jene, dass die Dorfschmiede die 2018erRate von 10 000 Euro überwiesen habe. Dabei geht es um die Rückzahlung des Landesdarlehens von ehedem 697 000 Euro an die Stadt Laubach, wozu der gGmbH ein Frist von rund 60 Jahren eingeräumt wurde. Überwiesen wurde ebenso die erste Hälfte der Gutachterrechnung.

Aktuell sind laut Klug auch wieder alle drei Wohnungen vermietet, liefen mit dem Betreiber der Tagespflege Gespräche über eine »Anpassung« der Miete ab nächstem Jahr. Wie geplant, sei zudem eine Instandhaltungsrücklage von 6000 Euro gebildet.

Was den Dorfladen angeht, so ist von einer Umsatzsteigerung um rund 60 000 Euro auf 327 000 Euro zu lesen. Weiter: »Die Gesellschafterversammlung beobachtet regelmäßig die weitere Entwicklung, bewertet diese und hält sich erforderliche Entscheidungen vor, um den Bestand des Projektes ›Dorfschmiede‹ zu sichern.« Klug abschließend mit Bezug (auch) auf die Schäden am Putz des Fachwerkhauses: »Die ›Dorfschmiede‹ bröckelt nicht auseinander, die Nachbesserungen sind im Rahmen der Gewährleistungsfrist gelaufen.« Sobald das Wetter es zulasse, würden die Gefache neu gestrichen.

Klar, dass auch in der Gesellschafterversammlung der gGmbH in der Vorwoche die »neuen Geschäftszahlen« Thema waren. »Weniger neu« das Fazit und zugleich die Hoffnung der Verantwortlichen des multifunktionalen Begegnungszentrums: Bei Eingang der Wohnungsbaudarlehen von insgesamt rund 220 000 Euro – der Betrag war von der Stadtwaldstiftung vorgeschossen worden – wäre die »letzte Hürde« genommen, könnte die »Dorfschmiede« ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen. Um sich »endlich wieder dem Tagesgeschäft widmen zu können«, wie es Dr. Angela Stender, Pressesprecherin des evangelischen Dekanats-AG Grünberg-Hungen-Kirchberg, formulierte.

Zumindest für einen Großteil der Summe dürften jetzt schon mal die Aussichten nicht schlecht sein.

In puncto Dorfladen bestätigte Stender das stete Bemühen aller Beteiligten, gerade auch dank der Expertise des Wirtschaftspaten und der kaufmännischen Berater, das Angebot zu verbessern und Einsparungen zu suchen. In diesem Zusammenhang werde als eine Möglichkeit auch eine Trennung des nicht gemeinnützigen Ladens von der gemeinnützigen GmbH geprüft; was ein Rückgriff auf Pläne der Anfangszeit bedeuten würde. Dass kein Dorfladen ohne Ehrenamtler auskomme, fügte sie noch an.

Im Übrigen und grundsätzlich stellte Stender heraus, alle Gesellschafter würden ihrer Verantwortung – auch was die Zahlen angeht – gerecht, hätten aus den Fehlern der Anfangszeit die richtigen Lehren gezogen. Insbesondere was die betriebswirtschaftliche Seite der Medaille angeht. Dies freilich werde allzu oft in der öffentlichen Diskussion nicht anerkannt.

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