10. Februar 2017, 13:00 Uhr

Chlor-Unfall

Hoffen im Hallenbad

Seit fast zwei Wochen ist das Hallenbad in Lollar nach einem Chlor-Unfall geschlossen. Ein Ende der Zwangspause ist jedoch in Sicht – wenn alles glatt läuft.
10. Februar 2017, 13:00 Uhr
Das Wasser im Becken des Hallenbades wird komplett ausgetauscht. (Foto: luc)

Nach dem Chlor-Unfall am 30. Januar ist das Hallenbad in Lollar noch immer geschlossen. Aber nicht mehr lange: Wenn alles gut geht, könnten bereits am Samstag Badegäste ihre Runden ziehen. Das hängt jedoch davon ob, ob das Institut für Hygiene und Umwelt mit Sitz in Lollar noch am Freitagvormittag grünes Licht gibt, sagt Gerhard Schneider vom Förderverein des Hallenbades Lollar/Staufenberg. Übers Knie brechen wollen die Ehrenamtlichen die Wiedereröffnung jedoch nicht. Schneider betont: »Wir werden auf keinen Fall ein Risiko eingehen.«

Montagmorgen, Schwimmunterricht. Um 9 Uhr sollte dieser für die Klassen 4a und 4b von der Allendorfer Grundschule am Eulenturm im Lollarer Schwimmbad beginnen. Kurz nachdem die Kinder ins Wasser sprangen, klagten die ersten über Reizungen von Augen, Mund und Rachen sowie Atembeschwerden. Die Feuerwehr rückte an, Kinder und Erwachsene wurden aus dem Hallenbad hinausbegleitet. Von über 30 Besuchern des Bades mussten über 20 vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Klar ist: Es war zu viel Chlor im Wasser. Schneider sagt, vermutlich sei eine Platine der Filteranlage defekt gewesen. Diese steuert, wie viel Chlor ins Becken gelangt. An jenem Montag kam es wegen des Schadens wohl zu der Überdosierung. Mittlerweile ist die Platine ausgetauscht.

Durch das Mehr an Chlor haben sich zusätzlich zwei Werte im Wasser erhöht. Deshalb hatte der Förderverein zunächst 80 Kubikmeter Frischwasser ins Becken eingelassen. Weil die Werte jedoch zu langsam zurückgingen, wird seit Mittwochabend das komplette Becken neu gefüllt. Insgesamt 506 Kubikmeter Wasser sind das.

Die Ereignisse haben Kinder und Lehrer mittlerweile verarbeitet. Mit einem Dankesbrief richteten sie sich an die Rettungskräfte. »Für die 31 Schülerinnen und Schüler und die vier Lehrerinnen der Grundschule am Eulenturm in Allendorf/Lumda war es ein ungewöhnlicher Schultag, den alle so schnell nicht vergessen werden«, schreiben sie. »Dank Ihres schnellen und ruhigen Einsatzes fühlten wir uns jederzeit gut und sicher aufgehoben. « Schon wenige Minuten nach dem Notruf seien die Helfer gekommen und hätten sich »in einer sehr professionellen, auf alle beruhigend wirkenden Art um uns alle gekümmert«. Die Helfer seien nicht nur für die Lehrer ansprechbar gewesen, sondern hätten sich »mit bemerkenswerter Geduld jedes einzelnen Kindes angenommen«. Nur so hätten die Rettungskräfte in einer unübersichtlichen Lage chaotische Verhältnisse verhindert. »Allen Kindern geht es mittlerweile wieder gut.«

Davon überzeugten sich Peter Gefeller, Staufenbergs Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbandes Hallenbad Lollar/Staufenberg, sowie Allendorfes Behördenchefin Annette Bergen-Krause bei einem Besuch in der Grundschule am Eulenturm. Gefeller erklärte den Kindern, warum Chlor in einem Schwimmbad gebraucht wird, entschuldigte sich für die Ereignisse und übergab mit seiner Amtskollegin kleine Präsente. Außerdem ist angedacht, den Kindern einen kostenlosen Besuch im Schwimmbad zu ermöglichen.

Für den »schnellen und professionellen Einsatz« bedankt sich Gefeller bei allen Rettungskräften. »Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Lollar und Staufenberg, Rettungsärzte, Sanitäter und viele mehr hatten die Lage schnell im Griff«, sagt er. Er lobt auch die Schüler der CBES, die trotz des Großaufgebotes an Rettungskräften samt Fahrzeugen auf dem gesamten Schulgelände nicht in Panik geraten seien.

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