07. Mai 2019, 22:21 Uhr

Hirsche verenden in Zaun

07. Mai 2019, 22:21 Uhr

Die Jagdgenossenschaft Wettenberg-Wißmar wählte nun Joachim Speier einstimmig zu ihrem Datenschutzbeauftragten. Dieses neue wichtige Amt durfte nur von einem Nichtvorstandsmitglied besetzt werden. Vorausgegangen war eine lange, ausführliche Vorstellung der neuen Richtlinien durch den stellvertretenden Jagdvorsteher Günter Hofmann.

Jagdvorsteher Thomas Wagner berichtete aus dem Jagdjahr. Es wurden gelegendliche Kontakte zu den Jagdpächtern und dem Bürgermeister genutzt, um den Sachstand der Bejagung zu hinterfragen und mögliche Wildschäden im Wald in Erfahrung zu bringen. Daraus entstanden auch Besprechungen zum Thema Hegevereinbarung. Wagner wies darauf hin, dass in Sachen Hegevereinbarung die Jagdgenossenschaft Wißmar darauf bestehe, weiterhin autark in ihrem Handeln zu sein und schlug vor, dass die Hegevereinbarung in eine Handlungsempfehlung überführt wird.

Wunsch nach mehr Äsungsflächen

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Schwarzwild in der Flur verursachten Wildschäden bewegen sich auf einem für die Landwirte und die Jagdpächter vertretbarem Niveau. Die Jagdpacht wurde laut dem Bericht des Schatzmeisters Günter Hofmann für Maschinenmiete und Reparaturen, für das Erneuern der Hinweisschilder zu Hundekot, zur Beteiligung der Wildschädenregulierung, für eine Fachexkursion und die Jahreshauptversammlung genutzt.

Es soll ein neuer Mulcher angeschafft werden. Der alte Mulcher, der bisher auch von Jagdgenossen ausgeliehen werden konnte, steht zur Anzahlung für das neue Gerät oder zum Verkauf an Interessenten breit.

Jagdpächter Helge Hessler stellte die Ereignisse des zurückliegenden Jagdjahres als zufriedenstellend vor. Von Januar bis Mai wurde die Bejagung des Schwarzwildes auf Feld und Wiesen verstärkt. Ab Mai begann das Bejagen des Rehwildes, besonders in den Aufforstungsflächen. In der Zeit September Oktober wurden zwei Hirsche erlegt. Zwei weitere Hirsche, die sich miteinander und im Draht eines alten Hordengatters verfangen hatten, gelten als Fallhirsche, ein für Hessler sehr trauriges Ereignis.

Das vergangene Jahr galt Dank vieler Eicheln als gutes Mastjahr. Gejagt und erlegt wurden 59 Stück Schwarzwild, 56 Stück Rehwild, 12 Mal Rotwild, plus die zwei Fallhirsche, 13 Füchse und zehn Waschbären. Jagdpächter Hessler mahnte an, die Weidezäune und Litzen abzubauen, nachdem kein Vieh mehr auf den Wiesen steht. Denn Tiere, die sich in diesen Zäunen verheddern, sterben einen langsamen und qualvollen Tod.

Auch an die Reiter wendete sich der Jagdpächter: Reiter sollten nur dafür vorgesehene Wege nutzen. Jagdschneisen seien keine Reitwege und dort, so der Wunsch des Jagdpächters, sollten zusätzliche Äsungsflächen in Form von Wildäckern entstehen .

Harald Voll vom Forstamt Wettenberg sagte: »Es gibt durch die Waldschäden immer wieder freie Flächen, die für weitere Äsungsflächen genutzt werden können und die wir vom Forst gerne zur Verfügung stellen.« Er berichtete von vielen Schäden durch den Klimawandel. »Viele alte Fichten sind vertrocknet, oder werden vom Borkenkäfer heimgesucht.« Der Forst möchte gerne verstärkt Wildruhezonen einrichten und wird verstärkt Holzgitter anstatt Drahtzäune im Wald nutzen, sagte der Forstamtsmann Voll weiter.

Die Versammlung gedachte des verstorbenen Artur Stroh, der von 1977 bis 2008 ganze 31 Jahre Vorsteher der Jagdgenossenschaft Wißmar war und weitere wichtige Ämter innehatte. Thomas Wagner lud anschließend zur Fachexkursion der drei Wettenberger Jagdgenossenschaften am 6. Juli mit Ziel Würzburg ein.

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