14. Dezember 2018, 21:26 Uhr

Hilfe für Salome Pehlke

14. Dezember 2018, 21:26 Uhr
Seit vielen Jahren pflegt ihre Mutter Salome Pehlke zu Hause. (Foto: ür)

Hilfe für Salome Pehlke – das ist das neueste Projekt der Quadkinder Mittelhessen. Durch einen Geburtstagspostaufruf (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete) erfuhr der Vorsitzende Thorsten Bücking vom Schicksal Salomes, die seit Geburt mehrfach schwerstbehindert ist. Bei der Geburtstagskartenaktion erhielt Salome damals über 500 Briefe, Pakete und Karten.

Auch Bücking nahm Kontakt zu Familie Pehlke auf: »Eine Familie, die eine solche Belastung meistert, ein intensivpflegebedürftiges Kind zu Hause zu behalten, hat meinen vollen Respekt und braucht Unterstützung.« Zur Weihnachtszeit starteten die Quadkinder nun die Spendenaktion, um der Familie zu helfen.

Bei den Pehlkes steht nämlich ein Umzug an. Salome hat zwei jüngere Geschwister. Die Zehnjährige ist intensivpflegebedürftig, hat Pflegegrad 5. »Als Salome kleiner war, ging ihre Versorgung ohne behindertengerechte Einrichtung. Ich konnte sie noch gut tragen oder alleine baden«, erzählt die Mutter Katja Pehlke. »Aber in den letzten zwei Jahren habe ich gemerkt, dass wir uns dringend wohnlich verändern müssen, um die Pflege langfristig gewährleisten zu können.« Die benötigten Hilfsmittel werden immer mehr und vor allem auch viel größer.

Die Familie will nun in ein Einfamilienhaus nach Leihgestern ziehen. Für eine behindertengerechte Ausstattung kommen erhebliche Mehrkosten auf die Familie zu. Eine staatliche Förderung, die hilft, gibt es für Neubauten nicht. Auch die Vergünstigungen beim Grundstückskauf, die es vor einigen Jahren in Linden für pflegebedürftige Menschen bestanden, wurden abgeschafft.

»Ein Platz für ein intensivpflegebedürftiges Kind in einer Fremdunterbringung kostet Unsummen. An diesen Kosten müssen sich die Kommunen neben weiteren Leistungsträgern beteiligen«, sagt Katja Pehlke. »Hilfe, damit Familien ihre Kinder zu Hause behalten können, gibt es nicht. Das ist absurd.« Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für Hilfsmittel, die zur »Befriedigung der Grundbedürfnisse des täglichen Lebens« gehören – dazu gehören Gehen, Stehen, die elementare Körperpflege.

So wird beispielsweise ein Rollstuhl als Hilfsmittel eingestuft. Ein Lift, um eine schwerbehinderte Person ins Auto zu bekommen, wird nicht übernommen. Hilfsmittel, die dem behinderten Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft sichern, finanziert die Krankenkasse ebenso nicht. Katja Pehlke hat bereits vor einigen Jahren einen Antrag auf einen Zuschuss für einen Kassettenlift für das Familienauto und den entsprechenden Umbau beim Integrationsamt gestellt. Das Verfahren läuft noch immer und liegt nun beim Sozialgericht.

In dieser schwierigen Situation wollen die Quadkinder Mittelhessen Salome Pehlke helfen und haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Der Erlös soll der behindertengerechten Ausstattung zugute kommen.

Der Verein Quad- und ATV Crew Giessen bittet um Spenden auf das Konto: IBAN DE62513500250205056334, Verwendungszweck: »Salome«.

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