18. Dezember 2017, 19:41 Uhr

Hilfe für Emma und Ida

18. Dezember 2017, 19:41 Uhr
Rund drei Stunden lang präsentieren die Aktiven auf der Bühne in der Kongresshalle ein anspruchsvolles Musikprogramm. (Fotos: con)

»Hilf deinen Nachbarn« – das ist ein Aufruf und ein Versprechen zugleich. Gelebte Nächstenliebe präsentiert der Musikverein Reiskirchen mit seinem jährlichen Benefizkonzert. Zwei Familien, die zuvor von Bekannten oder Freunden vorgeschlagen wurden, erhielten jeweils eine Spende über 4500 Euro. Dabei wurden diesmal zwei Familien mit schwerbehinderten Kindern bedacht.

Gabi Mehmet aus Gießen hat vorgeschlagen, Stefanie, Peter und Emma Pastuschak aus Grünberg-Reinhardshain zu unterstützen. Die dreijährige Emma leidet an einem sehr schweren und äußerst seltenen genetischen Defekt. So selten, dass es noch nicht einmal einen Namen für diesen gibt. Sie ist mehrfach schwerstbehindert und musste seit ihrer Geburt ums Überleben kämpfen. Sie erhält regelmäßige Therapien und Frühförderung. Dank dem Engagement ihrer Eltern kann sie den Kindergarten besuchen und wird dabei von einer Kinderkrankenschwester begleitet, denn immer wieder kommt es zu medizinischen Notfallsituationen.

Trotz allem ist Emma ein freundliches und waches Mädchen, das sich über Gebärden mit ihrer Umwelt verständigt und den Kontakt mit anderen Kindern sucht – ein riesiger Erfolg für Kinder mit ihrer Behinderung. Die Spende soll den Grundstock für eine Delfintherapie bilden, die die Eltern mit ihrer kleinen Tochter machen möchten, sich bislang aber nicht leisten konnten, da aufgrund der vielen erforderlichen Hilfsmittel zunächst ein größeres Fahrzeug für die Familie angeschafft werden musste.

Ideenreiches Musikprogramm

Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm hat die Familie Runzheimer dem Musikverein ins Gedächtnis gerufen. Als Ida Runzheimer im Januar 2014 geboren wurde, gab es für ihre Eltern Florian und Nicole noch keinen Grund zur Sorge. Das Mädchen entwickelte sich normal. Als sie dann im Herbst 2015 in den Kindergarten kam, wurden erste Probleme offenbar: Im Vergleich zu Gleichaltrigen wurden Idas Bewegungen langsamer, und sie stand nicht auf, um zu laufen. Schließlich diagnostizierte man in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Gießen einen Gendefekt: Spinale Muskelatrophie (SMA). Der unheilbare Gendefekt führt dazu, dass sich die Muskeln langsam abbauen.

Seit März diesen Jahres ist die Dreijährige auf einen Rollstuhl angewiesen. Nun setzt die Familie große Hoffnungen auf ein neues Medikament: »Spinraza« ist für den deutschen Markt zugelassen und kann den Verlauf der Krankheit verzögern oder sogar stoppen. Das größte Problem derzeit ist die Wohnsituation der Familie, sie wohnt im zweiten Stock eines Hauses. Jeden Tag muss Ida die Treppen hochgetragen werden, die Einrichtung eines Fahrstuhls ist baulich nicht möglich. Die Familie möchte gerne ein Stockwerk tiefer ziehen und eine rollstuhlgerechte Rampe zur Wohnung bauen lassen – dazu soll die Spende beitragen.

Die beiden Familien mit ihren Töchtern wurden aus sieben Vorschlägen ausgewählt, die in diesem Jahr eingingen. Über die Aktion sind in den vergangenen 22 Jahren bis heute rund 215 000 Euro zusammengekommen.

Musikalisch erwartete die Gäste zum Weihnachtskonzert ein ideenreiches und anspruchsvolles rund dreistündiges Musikprogramm unter dem Motto: »In Dulci Jubilo – In süßer Freude«. Auf der Bühne standen der Musikverein Reiskirchen unter der Leitung von Christoph Aßmann sowie der junge Chor Young Generation und der gemischte Chor Ettingshausen unter der Leitung von Axel Pfeiffer. Von klassischen Bearbeitungen bis hin zu Originalliteratur wurde ein breites Spektrum durch die Genres abgedeckt. Ein besonderer Höhepunkt war die sehr abwechslungsreiche Vertonung von Jules Vernes »In 80 Tagen um die Welt« von Otto M. Schwarz. Zum letzten Lied vor der Pause, dem »Lord Tullamore« von Carl Wittrock, wurde dann als kleine Überraschung echt irischer Tullamore-Whiskey unter den Zuschauern verteilt. Gerade die männlichen Besucher griffen hier gerne zu.

Durch den Konzertabend führte in bewährter und charmanter Weise Susanne Hohmeyer-Lichtblau.

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