15. Januar 2019, 08:50 Uhr

Völkermord

Hier soll in Pohlheim an den Völkermord im Osmanischen Reich erinnert werden

Der Ort für das Denkmal in Pohlheim in Erinnerung an den Völkermord 1915 im Osmanischen Reich steht fest. Außerdem wurden erste Details zur Gestaltung des Mahnmals bekannt.
15. Januar 2019, 08:50 Uhr
Südlich der Christuskirche in Watzenborn-Steinberg und in Sichtweite der Pohlheimer Stadtverwaltung soll der Gedenkstein einen Platz finden. (Foto: srs)

Das Mahnmal in Pohlheim in Erinnerung an den Völkermord vor 100 Jahren im Osmanischen Reich soll südlich der Christuskirche in Watzenborn-Steinberg aufgestellt werden.Dies bestätigte Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann am Montag. Das Denkmal würde somit auf einem Rasenstück vor der Kirche und in Sichtweite der Pohlheimer Stadtverwaltung einen Platz finden. Darauf hatte sich ein Arbeitskreis unter Vorsitz des Bürgermeisters geeinigt.

Der Beirat hat laut Schöffmann auch die Gestaltung des Denkmals beschlossen. Ein Modell soll allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt in den kommenden Wochen vorgestellt werden. Bekannt ist bislang, dass ein zwei Meter hoher Zylinder geplant ist, der auf einem zwei mal zwei Meter großen Fundament ruht. Ein Gravur soll an die bis zu 1,5 Millionen Armenier und Angehörigen anderer christlicher Minderheiten erinnern, die zwischen 1915 und 1917 einem Genozid im Osmanischen Reich zum Opfer fielen. Der Gedenkstein in Pohlheim wäre bundesweit eines der ersten Mahnmale dieser Art auf öffentlichem Boden.

 

Einweihung im Juni angestrebt

Die aramäischen Gemeinden in Pohlheim streben eine Einweihung des Mahnmals im Juni an. Im Landkreis leben mehr als 1000 aramäische, assyrische und chaldäische Familien, der überwiegende Teil von ihnen wohnt in Pohlheim. Die aramäischen Gemeinden übernehmen für das Mahnmal die Kosten, deren Höhe noch nicht feststeht.

+++ Lesen Sie auch: Türkei will Mahnmal in Pohlheim verhindern +++

Die Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung hatte im November 2017 mit einstimmiger Mehrheit beschlossen, das Vorhaben des Gedenksteins zu unterstützen. Gegen den Beschluss wandte sich der türkische Staat. Generalkonsul Burak Karart erklärte in einem Schreiben, im Namen der türkischen Gemeinde erwarte er, »dass Sie gemeinsam mit den Vertretern des Stadtparlaments diese Entscheidung überdenken und von dem Fortschreiten dieses Vorhabens abgesehen wird«. Bürgermeister Schöffmann erklärte daraufhin, an dem Beschluss werde nicht gerüttelt.

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