15. Februar 2018, 20:48 Uhr

»Heute noch mehr gebraucht«

Als der VdK Leihgestern vor 70 Jahren gegründet wurde, hatte er das Wohl von Witwen und Kriegsgeschädigten als Ziel. Heute kümmert er sich um Themen wie Rente und Pflege – und hat im Jubiläumsjahr so viele Mitglieder wie nie zuvor.
15. Februar 2018, 20:48 Uhr
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Von Constantin Hoppe
Seit 70 Jahren bietet der VdK Leihgestern seinen Mitgliedern eine helfende Hand. Karin Arnold und Vorsitzender Hans-Jürgen Jung halten die Aufgabe des VdK für aktueller denn je. (Fotos: dpa/con)

Es ist zwar kein Jubiläum, wie es traditionell gefeiert wird, aber 70 Jahre VdK-Ortsverband Leihgestern sind allemal ein Anlass und ein rundes Geburtstagsfest wert. Und die Selbsthilfeorganisation, die sich ursprünglich um Kriegsopfer und Hinterbliebene gekümmert hat, ist heute wichtiger denn je, findet der Vorsitzende des Ortsverbandes Hans-Jürgen Jung. Denn mittlerweile hat sich der VdK zu einer modernen Interessenvertretung für Menschen, die benachteiligt sind oder werden, weiterentwickelt.

Am 1. April 1948 gründete sich der VdK Ortsverband Leihgestern: Heute, 70 Jahre später, ist er größer als je zuvor. Rund 250 Mitglieder zählt der Verein. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges initiierten Kriegsüberlebende in Städten und Gemeinden Selbsthilfegruppen, um die Interessen von Kriegsgeschädigten, Witwen und Waisen gegenüber der Verwaltung zu vertreten. VdK stand für »Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands«. 2018 sind die Themen Rente, Gesundheit, Pflege und Behinderung die wichtigsten Eckpfeiler des Sozialverbandes.

Wie wichtig die Mitgliedschaft im VdK sein kann, dass kann Karin Arnold, langjährige Kassenführerin des Ortsvereins und heutige stellvertretende Kassenführerin, berichten: 1999 stand sie noch voll im Arbeitsleben, doch dann folgte ein Schicksalsschlag. »Nach dem Tod meines Sohnes musste ich verfrüht in Rente gehen. Und dann wurde mein Rentenantrag nicht genehmigt«, erzählt sie im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. »Der VDK hat den Antrag dann schließlich doch durchgebracht.« Dabei habe sie niemals damit gerechnet, die Hilfe des Verbandes zu benötigen.

Was die Zukunft für den VdK Leihgestern bringen wird, darüber macht sich auch der Vorsitzende seine Gedanken. Besonders die Zusammenarbeit mit anderen Ortsvereinen wie in Großen-Linden wird wohl etwas stärker in den Fokus rücken. Eine komplette Zusammenlegung sieht er jedoch nicht als notwendig an: »Wir haben hier zwei gewachsene und heute gut aufgestellte Vereine. Warum sollte man die zu einem zusammenfassen?«

Gefeiert wird der runde Vereinsgeburtstag in diesem Jahr nur klein: Im Oktober soll ein Fest stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig angekündigt.



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