04. Juli 2017, 10:00 Uhr

G20-Gipfel

Heuchelheimerin bei G20-Gipfel unter den Mächtigsten der Welt

Trump, Putin, Merkel: Die mächtigsten Männer und Frauen der Welt treffen sich in Hamburg. Mitten im Getümmel des G20-Gipfels wird auch Julia Rinn aus Heuchelheim sein.
04. Juli 2017, 10:00 Uhr
Die Schülerin Julia Rinn will nach dem Abitur Biologie studieren und in die Forschung gehen. In dieser Woche vertritt sie Deutschland bei einem internationalen Treffen von Jugendlichen auf dem G20-Gipfel in Hamburg. (Foto: srs)

In Hamburg war Julia Rinn schon mehrere Male. Sie hat den Michel besichtigt, hat Hafenrundfahrten unternommen. Was man in der Hansestadt eben so macht. Wenn die 17-jährige Heuchelheimerin am Mittwoch aber nach Hamburg reist, wird sie fünf Tage lang in einer Stadt im Ausnahmezustand leben. Die mächtigsten Staatschefs treffen sich zum G20-Gipfel. Während US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der russische Präsident Wladimir Putin diskutieren und gleichzeitig 20 000 Polizisten für Sicherheit sorgen sollen, steckt die Heuchelheimerin mitten im Getümmel. Sie nimmt als einzige Vertreterin Deutschlands an einem G20-Jugendgipfel teil.

Angst habe ich nicht. Es sind ja genügend Polizisten beim G20-Gipfel

Julia Rinn

»Ich bin politisch schon interessiert«, sagt die Schülerin. »Aber vor allem freue ich mich, Jugendliche aus anderen Ländern zu treffen.« Rinn wird mit Schülern aus den USA, China, Russland und Argentinien über die Globalisierung und die Zukunft der G20 diskutieren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird sich am Freitag mit ihnen unterhalten. Am Ende formulieren die Jugendlichen Wünsche in einem Papier.

Deutliche Positionen zur Weltpolitik sind Rinn im Gespräch indes nicht zu entlocken. Schäuble ist ihr als »Sparfuchs« bekannt, sagt sie. »Mit politischen Meinungen halte ich mich zurück.« Selbst zum polarisierenden US-Präsidenten Trump bleibt sie diplomatisch – und qualifiziert sich damit bestens für den Gipfel auf diplomatischer Ebene. »Ich bin jetzt kein Trump-Fan«, sagt sie. »Aber ich will mir noch ein Bild machen.«

Rinn darf Deutschland auf dem G20-Gipfel vertreten, weil sie einen Wettbewerb des Bundesfinanzministeriums und der Joachim-Herz-Stiftung gewonnen hat. Sie war mit einem Video erfolgreich, in dem sie gleich in drei Rollen schlüpft. Sitzend blickt sie in die Kamera, während sie von links und rechts auf sich einredet und Argumente austauscht, wie globale Probleme zu lösen sind. Die Diskussion wird heftiger, bis sie zwischen den zwei Streithähnen immer kleiner wird und den Kopf einzieht. In perfektem britisch gefärbtem Englisch sagt sie dann: »Wir leben in einer globalisierten Welt. Staaten müssen zusammenarbeiten.« Die Grenzen souveräner Staaten müssten aber gewahrt bleiben. Auch in dem Video bleibt Rinn vage, ohne eindeutige Position. Dass sie bei dem Wettbewerb erfolgreich war, verdankt sie auch der Tatsache, dass nur 50 Jugendliche teilgenommen haben. »Ich dachte, ich probiere es einfach mal«, sagt sie. »Das ist doch eine einmalige Chance.«


Nah am Epizentrum des Gipfels

Auf dem Gipfel wird sie sich mit den anderen Jugendlichen auf Englisch unterhalten. Eine leichte Übung für sie, ihr Unterricht in Politik und Wirtschaft an der Herderschule läuft in deutscher und englischer Sprache. Außerdem war sie bereits zum Schüleraustausch in San Diego in den USA sowie im schottischen Edinburgh.

Rinn wirkt auffällig klar. Nach dem Abi, weiß die Zwölftklässlerin, will sie Biologie studieren. Bei einem Praktikum an der Uni Marburg habe sie untersucht, wie sich die Muskeln von Fruchtfliegen entwickeln. »Ich suche derzeit nach der richtigen Uni.«

In Hamburg wird sie sehr nah am Epizentrum des G20-Gipfels sein. Die Jugendlichen treffen in der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften zusammen, direkt an der Binnenalster. »Die Schüler sind nicht in der Sperrzone, werden allerdings sicher Proteste gegen den Gipfel mitbekommen«, erklärt Julia Wenkowitsch, die den Jugendgipfel organisiert. »Aber das gehört ja auch dazu.« 100 000 Gegendemontranten werden in Hamburg erwartet. Auf die Frage, ob sie sich auch ein wenig fürchte, erklärt Rinn: »Angst habe ich keine. Es sind ja genügend Polizisten im Einsatz.«

Heuchelheimerin siegreich

Wettbewerb "Global Classroom"

Die Heuchelheimerin Julia Rinn ist Siegerin eines Wettbewerbs des Finanzministeriums und der Joachim-Herz-Stiftung unter dem Titel »Global Classroom«. Schüler haben dabei Fragen zu wirtschaftlichen Themen beantwortet. Ausschlaggebend für den Gewinn und die Teilnahme am G20-Gipfel waren Essays und Videos in englischer Sprache, die die Schüler eingereicht haben.

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