05. Juni 2018, 16:12 Uhr

Haftstrafe

Heuchelheimer wegen Drogengeschäften verurteilt

10 Kilo Marihuana - für Besitz und den Handel wurden ein Heuchelheimer und sein Komplize 2016 verurteilt, legten aber Revision ein. Bei der erneuten Verhandlung griff der Richter durch.
05. Juni 2018, 16:12 Uhr
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Von Valerie Pfitzner
(Foto: Schepp)

Für ihre Drogengeschäfte sind zwei Männer aus Heuchelheim und Wetzlar bereits im September 2016 zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Die inzwischen 27- und 28-Jährigen legten jedoch Revision ein, nun wurde am Landgericht Limburg erneut verhandelt. Der vorsitzende Richter machte kurzen Prozess.

Wie umfangreich ihr Handel mit Drogen ist unklar, Ermittlungen führte die Polizei zu 13 Taten. 2016 konnten nur zwei davon vor Gericht gebracht werden. Grund war die mangelnde Beweislage in den restlichen Fällen. In einem der beiden vor Gericht gebrachten Fälle kam es zu einem Freispruch, im anderen wurden die beiden Männer zu Haftstrafen verurteilt.

Laut Informationen der Wetzlarer Neuen Zeitung lautet der Vorwurf wie folgt: Im Januar 2015 sollen die beiden Männer in Köln zehn Kilogramm Marihuana in Empfang genommen und in der Wohnung des 28-Jährigen verwahrt haben. Die Polizei hatte die Tat beobachtet und griff auf der Gießener Straße in Heuchelheim zu, als die Tatverdächtigen einen Teil der Drogen transportierten. Die restlichen Drogen konnten in der Wohnung des 29-Jährigen sichergestellt werden. Hier sollen sich laut WNZ auch knapp 400 Gramm Amphetamine und mehr als 100 000 Euro Bargeld gefunden haben.

2016 wurde daher der jüngere Täter vor der Fünften Großen Strafkammer zu vier Jahren Haft verurteilt, der Ältere zu vier Jahren und drei Monaten. Die Täter reichten jedoch beim Bundesgerichtshof Revision ein. Dieser bestätigte zwar die Tatvorwürfe, war aber mit der Begründung für die Höhe der Strafe nicht einverstanden. Daher nun die erneute Verhandlung am Limburger Landgericht vor der Ersten Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Peter Scherer. Die Richter räumten dabei laut WNZ ein, es sein nicht korrekt, beide Täter wegen des Besitzes der gesamten Menge zu verurteilen. Stattdessen müsse man die Menge teilen, jeden also wegen des Besitzes von je fünf Kilogramm Marihuana zu bestrafen.

Während Staatsanwalt Thomas Pohling vier Jahre und zwei Monate Haft für den 28-Jährigen und drei Jahre und zehn Monate für den 27-jährigen Angeklagten forderte, plädierten die Verteidiger für eine deutlich geringere Strafe. Zur Begründung brachten sie laut WNZ vor, beide Täter  hätten seit dem letzten Urteil beeindruckende Lebensläufe, keine Vorstrafen und außerdem sei die Dauer des Verfahrens unzumutbar.

Der vorsitzende Richter jedoch verhängte folgendes Urteil: Drei Jahre und drei Monate Haft für den 27-Jährigen, drei Jahre und sechs Monate für den 28-Jährigen. "Verurteilt wurden die beiden Angeklagten für Handeltreiben, beziehungsweise Beihilfe zum Handeltreiben", erklärt Landgerichtssprecher Henrik Gemmer. Revision können die beiden Männer jedoch erneut einlegen.

 



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