18. September 2017, 20:20 Uhr

Hessenfest mit Handkäs und Äppelwoi

18. September 2017, 20:20 Uhr
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Von Siglinde Wagner
Der leckere Backhauskuchen ist heiß begehrt. (Foto: siw)

Als in München am Samstag die Oktoberfest-Saison eröffnete wurde, gab Bürgermeister Dirk Haas in Oppenrod den Startschuss zu einem zünftigen Hessenfest. »Ich finde diese Idee ganz toll, denn ich stehe eher auf rot-weiß als auf weiß-blau«, bekannte der Schirmherr. Er dankte den ausrichtenden Vereinen mit Heiko Metz an der Spitze der Sportfreunde 1910 und Siegfried Hoff vom Obst- und Gartenbauverein, den zahlreichen Helfern und den verständnisvollen Anwohnern. Schließlich wurde das große Fest nicht nur im bäuerlich-rustikalen Ambiente auf Mandlersch Hof gefeiert, sondern die ganze Grabenstraße war eingebunden und für den Straßenverkehr gesperrt.

Bei der Versorgung der zahlreichen Gäste spielte das frisch renovierte Backhaus eine wichtige Rolle. Der Verköstigung mit Blechkuchen folgte hieraus am Abend allerlei Fleischiges, und auch die Scheibe Bauernbrot zum »Handkäs mit Musik« wurde in dem historischen Gebäude von 1898 gebacken.

Natürlich befand sich auch Äppelwoi im reichhaltigen Getränkeangebot. Wer den Vorgang des Apfel-Kelterns kennenlernen wollte, konnte dies auf dem Hof von Hoff tun. Hier standen Kelter und Muser (Häcksler) bereit, während landwirtschaftliche Geräte, wie leicht angerostete Sämaschinen für Mais und Dickwurz, ein Messerschleifer und Stäubkasten für Kartoffelkäfer, entlang der unteren Straße ausgestellt waren. Darunter auch eine alte Milchkanne mit Filter und Kühler sowie ein Honigrührer und ein »Hoingklääderche« (Honigleiterchen). Nicht nur Kinder, sondern auch viele junge Erwachsene wussten mit den Ausstellungsstücken von anno dazumal nichts mehr anzufangen und ließen sich deshalb gerne über deren Handhabung aufklären.

Viel Spaß hatten die Kleinen beim Toben auf einer Hüpfburg oder bei den Wasserspielen der Jugend- und Minifeuerwehr. Mit einer Kübelspritze galt es auf einer Hausattrappe alles Brennbare zu »löschen«. Über das Abendprogramm mit dem Mundart-Duo Spätzünder und mit dem fidelen Owerhesse Jochen Rudolph berichteten wir bereits in unserer Montagsausgabe. Der Auftritt der Trachtentanzgruppe aus Burkhardsfelden wurde wegen eines Trauerfalls abgesagt.

Pfarrerin Anne Schneider hatte sich fleißig in Mundart geübt, um ihre Predigt am Sonntagmorgen komplett »uff Platt« zu halten. Zum anschließenden Frühschoppen spielte die Original-Kapelle »Heimatlos« und der Männer- und der Kinderchor der Sängerlust Oppenrod erfreuten mit Gesangsbeiträgen. Wer Lust auf eine Kutschfahrt hatte, bekam dazu die Gelegenheit. Die großen Mühen in der Vorbereitung und bei der Durchführung des Festes wurden mit zwei regenfreien Tagen belohnt. Man möchte es sich gar nicht vorstellen, wenn das ganze Festgeschehen witterungsbedingt ins Bürgerhaus hätte verlegt werden müssen.



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