15. Februar 2017, 20:14 Uhr

Heimspiel für Ebelt

15. Februar 2017, 20:14 Uhr

Die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde Sankt Elisabeth Laubach waren 2016 eindeutig zu brav. Zumindest aus Sicht von Roland Ahlke, dem Moderator des Kirchenfaschings der Gemeinde, denn es passierten kaum Pleiten, Pech und Pannen. Obwohl sein Protokoll zu Beginn der Faschingssitzungen am kurz ausfiel, trübte das keineswegs die Stimmung, hatte er doch mit Reinhard Griebsch und Robert Pietryga gesangliche Unterstützung .

Die 170 Besucher hatten viel zu lachen und zu schunkeln, dank über dreistündigem Programm mit Darbietungen ausschließlich eigener Gruppen. Politisch absolut korrekt begrüßte der Conférencier die Gäste im Saal – allen voran den »vom Volk gewählten Stadtparlamentsbeschluss-Umsetzungs-Gehilfen mit eingebautem Abprallmechanismus für Verleumdungen und Anfeindungen« (Bürgermeister Peter Klug). Kurz danach rissen die »Flippers« Max Mückstein, Raphael Leja und Robert Pietryga die Narren mit aufreizender Show in ihren Bann.

»An mir als Mariechen, es sei Euch gesagt, hat leider der Zahn der Zeit schon genagt«, musste Gabriele Schäfer-Klaus als alternde Schönheit im Gardekostüm bekennen. Stephan Ebelt hingegen, Laubachs evangelischer Pfarrer, hatte nach der umjubelten Premiere im Vorjahr seinen zweiten Auftritt. Angesichts von 500 Jahren Reformation in 2017 präsentierte er den leicht entsetzen Glaubensbrüdern in Form professioneller Fotomontagen und Texten in Kreuzreim, dass ihre Heilig-Geist-Kirche zur »Lutherkirche« wird mit dem Reformator auf dem Dach, der Kanzel innen statt des Tabernakels und dem aufgestockten Pfarrhaus, in das Ebelt fotografisch bereits mit Familie am Einziehen war. Zu allem Überfluss hatte er persönlich am Nachmittag das Straßenschild vor der Kirche umdekoriert in »Martin-Luther-Straße«. Dass der Saal mit jeder Strophe den Refrain »Wir sind froh, wir werden selig. Alle sind jetzt evangelisch« intonierte, ging dem reformierten Pfarrer im katholischen Gemeindesaal »herunter wie Öl«.

Bei den »Männern auf dem Klo« gingen stattdessen sichtgeschützt die Hosen herunter. Pantomimisch zeigten wiederum Mückstein, Pietryga und Leja, wie die Herren sich am Pissoir gegenseitig zu helfen wissen. Verena und Peter Klug rockten auch in diesem Jahr den Saal. Britta Schwarz, Tina Kester und Anita Schwab rätselten beim Kaffeeklatsch über den Sinn der Sonntagspredigt von Pfarrer Clemens Matthias Wunderle, die sich mit dem Überleben von Regenwürmern in verschiedenen Flüssigkeiten beschäftigte. Die Frauen von »Lisbeth’s Damenballett« enterten die Bühne diesmal als Piratinnen, Gemeindereferentin Tanja Mohr, berichtete in der Bütt vom abenteuerlichen Skiurlaub ihrer Familie.

Den krönenden Abschluss des Programm bildete wie immer die Herren: Das Männerballett, einstudiert von Caroline Beierle, lud in zum Jahrzehnt passenden Tanzeinlagen zum Rückblick ein auf 50 Jahre Heilig-Geist-Kirche Laubach – ein gelungenes Ende des Auftakt zum Jubiläumsjahr 2017.

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