01. Mai 2017, 19:49 Uhr

Heimisches Brotparadies

01. Mai 2017, 19:49 Uhr
Das Objekt der Begierde: Um diese Urkunde geht es bei der Qualitätsprüfung. (Fotos: sel)

Hätten Sie es gewusst? Laut Auskunft des »Deutschen Brotregisters« gibt es 3199 anerkannte Brotspezialitäten, sprich unterschiedliche Rezepturen zur Herstellung eines der wichtigsten Grundnahrungsmittels. Und das alleine in Deutschland. So viele, wie in keinem anderen Land. Oder aber wie die Verantwortlichen im Rahmen der für den Bereich Gießen organisierten Brot- und Brötchenprüfung 2017 auch mutmaßten: In Deutschland werden so viele verschiedene Brotrezepturen genutzt wie auf dem gesamten Globus zusammen. Ob das nun stimmen mag oder nicht, fest steht: Deutschland ist ein »Brotparadies«.

Dem Kunden steht jedenfalls eine nahezu unüberschaubare Angebotsvielfalt zur Verfügung, in der für jeden Anspruch und Geschmack etwas Passendes, Wohlschmeckendes, Bekömmliches, Außergewöhnliches, Traditionelles und Wohlriechendes dabei ist. In der vergangenen Woche konnten sich viele Kunden und Besucher der Filiale Goethestraße der Volksbank Mittelhessen davon überzeugen. In der Kundenhalle, also in reichlich artfremder Umgebung, fand die als öffentliche Veranstaltung konzipierte Brot- und Brötchenprüfung statt. Einschließlich der Möglichkeit des Probierens und Naschens. Zu letzterem Zwecke standen auch etliche Bleche mit Hefekuchen bereit.

Schon der Anschnitt zählt

Bei neun heimischen Bäckereien hatte Bäcker- und Konditormeister Rainer Kreuder (Grünberg) als »Kurier« 44 Brot- und 36 Brötchensorten eingesammelt, die in der Bank dem aus Bottrop angereisten Experten, Bäckermeister Karl-Ernst Schmalz, zur eingehenden Prüfung vorgelegt wurden. Fünf Stunden lang war der Meister mit dieser Aufgabe beschäftigt. Im Auftrag des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks und in Diensten des Deutschen Brotinstituts – Institut für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) – geht er dem nun schon seit drei Jahrzehnten nach.

Einmal im Jahr kommt er deswegen auch nach Gießen. Schon die Art, wie das scharfe Messer durch das Brot gleitet, zählt zur Prüfung, bei der Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität, Geschmack und Geruch bewertet werden. Ist alles bestens, steht am Ende die Auszeichnung des Brotes mit einer – wenn möglich – goldenen Urkunde, die der Bäcker dann zu Werbezwecken nutzen darf.

Die an der freiwilligen Brot- und Brötchenprüfung teilnehmenden heimischen Bäckereien waren diesmal Künkel (Langgöns), Seidl (Krofdorf-Gleiberg), Lukasch (Grünberg), Braun (Gießen) Kwartnik (Kesselbach), Volkmann (Heuchelheim), Lambertz (Gießen), Göbel (Laubach) und Kröck (Lich).

Und ein Aphorismus, der im Laufe der Veranstaltung angesichts der Menge des frischen Brotes, auch ausgesprochen wurde, passt sicher sehr gut und regt zugleich zum Nachdenken an: Brot ist nicht hart – kein Brot, das ist hart.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Backwaren
  • Brot
  • Grünberg
  • Karl Ernst
  • Qualitätssicherung
  • Schmalz
  • Veranstaltungen
  • Volksbank Mittelhessen
  • Gießen
  • Franz Ewert
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos