Kreis Gießen

Handwerk weiter optimistisch

Die in der Handwerkskammer Gießen organisierten Betriebe zeigen sich auch im siebten Jahr hintereinander optimistisch. Grund ist die positive Konjunkturentwicklung mit vollen Auftragsbüchern, sagte bei der Vollversammlung der Präsident Klaus Repp in Wetzlar.
12. Juli 2017, 19:44 Uhr
Franz Ewert

Die in der Handwerkskammer Gießen organisierten Betriebe zeigen sich auch im siebten Jahr hintereinander optimistisch. Grund ist die positive Konjunkturentwicklung mit vollen Auftragsbüchern, sagte bei der Vollversammlung der Präsident Klaus Repp in Wetzlar.

In mehr als 25 700 Handwerksbetrieben im Kammerbezirk Wiesbaden sind rund 117 000 Menschen beschäftigt, die im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Der Kammerbezirk Wiesbaden – neben Kassel und Frankfurt/Rhein-Main einer von dreien in Hessen – umfasst die Landeshauptstadt und sieben Landkreise; darunter Gießen, Vogelsberg und Wetterau. Auf 1000 Einwohner kommen statistisch 13,1 Handwerkebetriebe. Und von 1000 Einwohnern sind 59 im Handwerk beschäftigt. Jeder fünfte Beschäftigte im Handwerk hat einen Migrationshintergrund. Heruntergebrochen auf den Landkreis Gießen lauten die Zahlen: 2930 Handwerksbetriebe und 1300 Auszubildende, im Vogelsbergkreis 1500 Betriebe und 500 Lehrlinge.

Im Kammerbezirk lernen aktuell rund 8700 junge Menschen – davon 1800 Frauen – in einem der zahlreichen Gewerke und in 3900 Ausbildungsbetrieben einen handwerklichen Beruf. 4100 Lehrlinge im Bereich Metall/Elektro, fast 1500 in den Bau- und Ausbaugewerken, gut 1100 im Bereich Gesundheit, Körperpflege und Reinigung, 650 auf dem kaufmännischen Sektor und 550 »rund ums Holz«. Aktuell sind noch 570 offene Lehrstellen gemeldet.

Studienabbrecher und Geflüchtete

Als potenzielle Bewerber um die angebotenen Lehrstellen sind laut Vize-Hauptgeschäftsführer Martin Pott junge Geflüchtete und Studienabbrecher im Handwerk sehr willkommen. Größter Konkurrent im Wettbewerb um den Berufsnachwuchs sei nicht die Industrie, sondern die weiterführenden Schulen und Hochschulen – also der »Trend zur Akademisierung«. Pott hob aber die duale Berufsausbildung als »echte Alternative« für junge Menschen im Blick auf eine erfolgreiche berufliche Karriere hervor.

Im Jahr 2016 konnte die Handwerkskammer Wiesbaden Meisterbriefe an 483 Jungmeisterinnen und -meister übergeben – 56 mehr als im Jahr davor.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Handwerk-weiter-optimistisch;art457,283706

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