06. Juli 2018, 20:47 Uhr

»Gut, notwendig, dankenswert«

06. Juli 2018, 20:47 Uhr
Im Rohbau fertig: das neue Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft in Grünberg. (Foto: tb)

»Wir danken Gott, dass er zu jeder Frist mit uns am Bau gewesen ist. Zumindest mir zu Ohren nichts gekommen, dass jemand sei zu Schaden genommen.« Mit diesen Worten beendete am gestrigen Freitagnachmittag Zimmermeister Jürgen Rinn seinen Richtspruch. Leerte hernach das Glas auf das gelungene Werk und ließ es, auch das ist so Brauch, am Boden zerschellen.

Mit dem Richtfest ist der Neubau des Mehrfamilienhauses in der Kurt-Schumacher-Straße in Grünberg einen guten Schritt vorangekommen. Der Rohbau steht, das Dach ist aufgeschlagen, jetzt steht der Innenausbau an. Im Frühjahr sollen die 16 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen bezugsfertig sein.

 

Gesamtinvestition von 2,4 Mio. Euro

 

Bei einem Investitionsvolumen von 2,4 Mio. Euro wird die Baugenossenschaft Laubach/Grünberg eG einen Beitrag zur Linderung des Wohnungsmangels geleistet haben. 1,1 Millionen schießt das Land Hessen, neben der Sparkasse zugleich Hauptdarlehensgeber, 160 000 Euro die Stadt Grünberg an obligatorischen Komplementärmitteln zu.

Wie Architekt Reimund Orth vor Vertretern der Baufirmen, Planern und der Genossenschaft ausführte, entstehen acht Einheiten mit 46 sowie jeweils vier mit 60 und 71 Quadratmetern. Der Neubau ist barrierefrei, erhält ein Pultdach und passt sich an die Umgebung an. Errichtet wird er unterhalb zweier weiterer Mehrfamilienhäuser des gemeinnützigen Bauträgers. Also an jener Stelle, wo sich bis zum Vorjahr fünf Garagen befanden, die jetzt links und rechts angeordnet sind. Damit komme man der von der Politik geforderten Innenverdichtung nach, bat Orth zu beachten. Dass mit 98 Parkplätzen für die bald drei Häuser der Genossenschaft in dem Quartier die Stellplatzsatzung der Stadt ebenso erfüllt werde, fügte er noch hinzu.

Schließlich verwies er darauf, dass der Brandschutz mit einer neu geschaffenen Umfahrung verbessert worden sei. Nicht als einziger lobte er das gute Zusammenspiel aller am Bau Beteiligten.

Namens des Vorstandes hatte Gerhard Schildwächter die Vorgeschichte skizziert. Danach waren zunächst einige Hürden zu nehmen. Zum einen administrativer Art: »Anträge, Anträge zu Anträgen, Stellungnahmen zu Anträgen...«. Zum anderen galt es, die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Denn, so Schildwächter: »Für eine eingetragene Genossenschaft ist an unserem Markt, in unserem Raum eine Kostenmiete nicht durchzusetzen.« Dank galt da Architekt Rainer Orth, der mit Erfolg nach Lösungen gesucht habe. Freilich seien die Rahmenbedingungen derzeit gut, was es erleichtert habe, »etwas für die Region zu tun, Wohnraum zu einer sozialverträglichen Miete zu schaffen«.

Dass überall im Landkreis Gießen Wohnungen fehlten, zwei Jahrzehnte verschlafen worden seien, auch von seiner Kommune, unterstrich der Grünberger Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der eG, Frank Ide. Mit Blick auf die Wartelisten und die bald bezugsfertigen neuen Sozialwohnungen für immerhin 16 Familien schloss er: »Diese Investition war gut, notwendig und dankenswert.«

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