22. November 2018, 22:18 Uhr

Glasfaser für alle Schulen

22. November 2018, 22:18 Uhr

Statt Kreidetafel und Schwamm sind Active Board und Tablet-PC angesagt: Das Lernen an den Schulen ist längst interaktiv, der Unterricht wird zunehmend digital. Glasfaserverbindungen bis ins Schulgebäude sind die Voraussetzung: Der Landkreis Gießen bindet seine eigenen Schulen ans »Turbo-Netz« an, bietet die Möglichkeit aber auch für die Schulen anderer Träger in Kreis und Stadt Gießen. Die Vorbereitung für den Ausbau läuft.

Naturwissenschaftsunterricht modern: Was das Mikroskop zeigt, gelangt per Datenverbindung auf das große Active Board hinter dem Lehrertisch, von dort direkt auf Tablet-PCs der Schüler. Das Ganze ist ein Beispiel dafür, wie Schulen mit moderner Ausstattung Lerninhalte vermitteln können. Die Sophie-Scholl-Schule in Gießen nutzt regelmäßig Computer in nahezu allen Unterrichtsarten, wie Schulleiterin Annegret Roggenkamp berichtet. Die Einrichtung, die über eine gemeinnützige GmbH von der Lebenshilfe Gießen getragen wird, wird von der Initiative des Landkreises für die Glasfaseranbindung der Schulen profitieren.

Schon jetzt nutzten die Schüler regelmäßig Online-Lernprogramme und -Bibliotheken. Etwa 100 Laptops und PCs stehen ihnen zur Verfügung. Die Verbesserung der Bandbreite kommt auch der Datenverwaltung der Lehrkräfte der Schule zugute, die zwei Standorte an der Grünberger und Rödgener Straße hat.

Auch Privathaushalte profitieren

»Leistungsfähige Datenanbindungen sind unverzichtbar für künftige Lernmethoden«, sagt Landrätin Anita Schneider. Die Glasfaseranbindung der Schulen ist wichtiger Bestandteil der dritten Breitbandausbauphase im Landkreis. Insgesamt erwartet der Kreis dabei rund 6,3 Millionen Euro Fördermittel des Bundes und zwei Millionen Euro des Landes Hessen, um alle verbliebenen Lücken zu schließen. Nur noch etwa ein Prozent aller Haushalte ist bislang noch nicht versorgt. Dank der dritten Ausbauphase profitieren bald auch diese Haushalte von Breitband-Internet.

Weitere Zuschüsse könnten aus EU-Mitteln für die Stärkung des ländlichen Raums fließen. Insgesamt sei eine Förderung von 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten zu erwarten, erklärt die Landrätin.

Für die Glasfaseranbindung seiner Schulen zahlt der Landkreis die nicht durch die Förderung gedeckten Summen aus eigenen Mitteln. Nutzen andere Träger die Initiative für den Breitbandanschluss – so wie die Lebenshilfe – übernehmen sie die jeweilige Co-Finanzierung. »Ohne den Landkreis wären wir jedoch kaum in der Lage, von der Förderung zu profitieren«, sagt Lebenshilfe-Vorstand Dirk Oßwald.

Die Arbeiten für den Ausbau des Glasfasernetzes werden in Kürze ausgeschrieben. Werden Glasfaserstränge zu den Schulen verlegt, sollen davon nach Möglichkeit auch umliegende Privathaushalte, Unternehmen und Einrichtungen profitieren, die sich an die neue Datenverbindung »hängen« könnten. Die Anbindung der Schulen im Landkreis wird nach einer Prioritätenliste erfolgen: Zunächst werden voraussichtlich die weiterführenden Schulen berücksichtigt, danach alle weiteren.

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