25. Mai 2018, 19:22 Uhr

»Girokonto« der Stadt ausgeglichen

25. Mai 2018, 19:22 Uhr

Der 22. Mai 2018 war, für Laubachs Kämmerer zumindest, ein besonderer Tag: Die Stadtkasse überwies 500 000 Euro an die Sparkasse Laubach-Hungen, somit war das »Girokonto« seit vielen Jahren erstmals wieder ausgeglichen. Ein besonderer, ein guter Tag für die Kommune, wie Bürgermeister Peter Klug und Karl-Heinz Weicker als Fachbereichsleiter Finanzen vor der Presse betonten.

Vor sieben Jahren hatte das komplett anders ausgesehen, hatte Laubach mit nicht weniger als 11,0 Mio. Euro an kurzfristigen Kassenkrediten in der Kreide gestanden. An sich nur zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen der Verwaltung gedacht, nutzte auch die Großgemeinde im tiefen Osten des Landkreises die Niedrigstzinsphase zur (Vor-)Finanzierung von Investitionen. Nicht ohne Risiko: Ein Kurswechsel der EZB etwa hätte dramatische Folgen gezeitigt. Von daher, so Klug, könne die Stadt jetzt gelassener auf die Entwicklung der Finanzmärkte sehen.

Bei der Rückschau nicht vergessen sei, dass die Gesamtschulden, also inklusive der für Vermögenswerte aufgenommenen langfristigen Darlehen, 2011 satte 29,7 Mio. Euro betrugen. Der Anteil an den Verbindlichkeiten des Abwasserverbandes Lauter/Wetter war da noch nicht einmal eingerechnet.

Fazit: Den Stadtvätern blieb seinerzeit kaum eine Alternative, als 2013 untern »Schutzschirm« des Landes zu schlüpfen. Wiesbaden überwies in zwei Raten satte 7,5 Mio. Euro – drei Viertel der Kassenkredite waren getilgt. Dafür musste sich Laubach sich zu einem harten Konsolidierungskurs verpflichten. Den bekamen vor allem die Bürger zu spüren, mit Hebesätzen von 500 Prozent bei der Grund- und 450 Prozent bei der Gewerbesteuer.

Neue Baustelle: Freibadsanierung

Aber: Ein nicht unerheblicher Rest von 3,5 Mio. Euro wurde sozusagen aus eigener Kraft abgelöst. Dass hier neben der Ausgabenbegrenzung vor allem die sprudelnden Steuerquellen zupass kamen, sei nicht vergessen.

Weiterer Indikator der Gesundung der Finanzen ist der Abbau der langfristigen Investitionskredite, von 18,7 Mio. Euro im Jahr 2011 auf veranschlagte 16,4 Mio. Euro in diesem Jahr. Macht eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1600 Euro, rund die Hälfte des Durchschnittswert in Hessen. Noch ein Beleg des Aufwärtstrends: Der Abwasserverband hat sich seit 2001 um zehn Millionen entschuldet, Laubachs Anteil beträgt nach Weicker heute nur mehr 3,5 Mio. Euro. Zu guter Letzt sei die jüngst vom RP erteilte Genehmigung des Haushalts 2018 genannt.

Bei all den positiven Daten darf jedoch nicht unter den Tisch, dass allein 2018/2019 Ausgaben von rund sechs Millionen Euro anstehen, um bereits beschlossene Großinvestitionen (Gerätehaus, Radwegebau, Straßenbau, Wasserversorgung) zu finanzieren. Den Eigenanteil taxiert der Kämmerer auf rund 50 Prozent.

Womit der »Investitionsstau« aber noch nicht abgebaut ist: Allein die Freibadsanierung – als Kernstück wird der Einbau einer Edelstahlwanne geplant – wird wohl auf vier Millionen Euro kommen.

Hilfreich für weitere Projekte ist, dass Wiesbaden die Tilgung der Kassenkredite mit einen Investitionszuschuss in Höhe von 2,628 Mio. aus der »Hessenkasse«. Der Eigenanteil beträgt hier schlappe zehn Prozent.

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