Get Out

Kinokritiker Patrick Dehnhardt hat den Film für uns gesehen. Hier seine Kritik: Vom Genre her ist »Get Out« ein Horrorfilm. Regisseur Jordan Peele greift hierin aber nicht auf dumpfe Gruseleffekte zurück, sondern mischt einen bissigen Blick auf unterschwelligen Rassismus in den USA mit komischen Elementen und komponiert so einen unterhaltsamen Plot.

Der Film beginnt mit einem Horrorszenario, welches jeder junge Mann sofort nachvollziehen kann: Fotograf Chris (Daniel Kaluuya) wird von seiner Freundin Rose (Allison Williams) ihren Eltern vorgestellt. Rose hat aber nur ein kleines Detail verschwiegen: Er ist schwarz. Sein bester Freund, Rod von der Flugsicherheitsbehörde, warnt ihn davor, aufs Land in einen von Weißen belebten Ort zu fahren, so etwas würde nicht gut enden.

Rose’ Eltern, Missy und Dean Armitage, geben sich tolerant gegenüber den Schwiegersohn in spe. Misy bietet ihm an, ihn per Hypnose zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Hypnose dient jedoch nur einem Zweck: Chris soll wehrlos sein, damit ihm in einer Operation das Gehirn eines reichen Weißens eingesetzt werden kann, dessen bisheriger Körper versagt. Bei einem Gartenfest wird er – noch seiner selbst Herr – den Interessenten vorgeführt; er glaubt jedoch, auf einem normalen Familienfest zu sein. Nur das Verhalten der anwesenden Schwarzen macht ihn stutzig: Sie geben sich von ihrem Verhalten wie Weiße, reagieren nicht auf typische Begrüßungen.

Als Chris im Wandschrank seiner Freundin zig Bilder von verschiedenen schwarzen Männern findet und dem Spiel auf die Spur kommt, ist es allerdings bereits zu spät. So wie bei seinen Vorgängern hat Rose auch bei ihm den Lockvogel gespielt.

Natürlich gelingt es Chris, sich zu befreien und zu überleben. Als in der letzten Szene jedoch plötzlich ein Auto mit Blaulicht auftaucht und er neben der Leiche seiner Freundin steht, die er in Notwehr erschossen hat, fürchtet man, dass nun ein weißer Cop – das rassistische Exemplar des Dorfes gibt zu Beginn des Filsm seine Visitenkarte ab – ihn über den Haufen schießt. Stattdessen ist es sein Freund Rod, der ihm mit einem Auto der Flugsicherheitsbehörde zur Hilfe geeilt ist. Dieser sagt ihm als aller erstes, das er ihn ja vor dem Besuch gewarnt habe.

Der Film bietet zahlreiche lustige Momente, etwa wenn Rose, während ihr Freund gefesselt im Keller liegt, mädchenhaft die Melodie aus »Dirty Dancing« hört und in einer App nach neuen Männern schaut. Oder Rod von der Kriminalpolizei ausgelacht wird, als er den Beamten erzählt, sein Freund sei von Weißen entführt und zum Sexsklaven gemacht worden. Statt einem Horrorfilm liefert Regisseuer Peele ein Thriller mit Horrorelementen und Gesellschaftskritik ab– 5. bis 7. Juni um 21 Uhr im Kino Traumstern zu sehen. Patrick Dehnhardt

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