11. Oktober 2018, 21:42 Uhr

Gesichter einer Freundschaft

11. Oktober 2018, 21:42 Uhr
Vorsitzender Thilo Hain (3. v. r.) und Zweiter Vorsitzender Gerhard Schmidt (2. v. r.) mit weiteren Akteuren der Partnerschaft: Volker Wehrum, Ursula Hankowetz, Ludwig Hankowetz und Dieterich Emde (v. l.), mit der Original-Partnerschaftsurkunde von 1988. (Foto: m)

Den Frieden bewahren durch Völkerverständigung, indem man Menschen zusammenführt: Das ist das Hauptziel von Gemeindepartnerschaften. Wettenberg war vor 30 Jahren die vierte Kommune in der Bundesrepublik – und wohl die erste ihrer Größe – die eine Partnerschaft mit einer ungarischen Gemeinde besiegelte. Der Jahrestag wurde nun gefeiert.

Dass der Termin der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Zsámbék auf den 7. Oktober gelegt wurde, war kein Zufall, denn an diesem Tag vor drei Jahrzehnten wurde die Partnerschaft offiziell – durch Unterschriften des damaligen Bürgermeisters und jetzigen Ehrenbürgermeisters, Gerhard Schmidt, und seines ungarischen Amtskollegen, Imre Zink.

Mit Bildern der Fotofreunde Krofdorf-Gleiberg, zusammengestellt, bearbeitet und vorgeführt von Horst Seidel, wurde an die 30 Jahre Partnerschaft erinnert. Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der Partnerschaft und ihrer Ausgestaltung hatte Gerhard Schmidt. Er ist zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Zsámbék und kommentierte die Bilder.

Schmidt rief dazu auf, dem »hässlichen Gesicht von zunehmendem Nationalismus und Populismus durch nimmermüdes Engagement in der Partnerschaft auf kommunaler Ebene entgegenzuwirken« und so zu einem zukunftsträchtigen Europa beizutragen. Dabei lenkte er den Blick auf die jungen Menschen, die es für die Sache zu begeistern und zu gewinnen gelte. Partnerschaft sei ein ständiger Prozess, bei dem Stillstand das Ende bedeute.

Dass ein Jahr nach Beginn der Partnerschaft die Grenzen öffneten, konnte niemand voraussehen, sagte Gerhard Schmidt. »Wenn viele Menschen viele kleine Schritte tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.«

Bevor es im Oktober 1988 zur Urkundenunterzeichnung kam, waren mit Günter Feußner – Gerhard Schmidts Vorgänger – und dem Amtskollegen aus Zsámbék, Imre Zink, bekennende Europäer am Werk, die dieser Partnerschaft behutsam und mit Weitsicht den Weg ebneten. 1985 hatten Feußner, Fernand Marin und Imre Zink in Zsámbék mit einer Niederschrift ihren festen Willen zum Zustandekommen dieser Partnerschaft bekundet.

Hoffnungsvoll ging es weiter. 1986, als es im August zu einer ersten Begegnung in Zsámbék kam und Wettenberg – unter anderem vertreten durch Mitglieder des Volksmusikvereins Wettenberg, des Blasorchesters Wißmar, des Tischtennisclubs Wißmar, des Schützenvereins Wißmar und der Fußballer des VfB Olympia Wißmar sowie der Wettenberger Feuerwehren und des DRK Wettenberg – mit 150 Personen nach Ungarn reiste. Zudem war eine 50-köpfige Delegation aus Sorgues dabei.

Schmidt erinnerte an Jozsef Kovácz, den ungarischen Botschaftssekretär, und dessen mehrmalige Besuche in Wettenberg. Die Fotoschau zeigte viele Gesichter der Förderer und Unterstützer der Partnerschaft, die als Netzwerk ihre Beiträge zu einer lebendigen Partnerschaft in unterschiedlichster Form leisteten und noch heute leisten.

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