30. September 2018, 19:53 Uhr

»Geschichte kostet Geld«

30. September 2018, 19:53 Uhr
Elisabeth Rößler engagiert sich neben ihrer Tätigkeit im Museum Fridericianum auch ehrenamtlich für den Bestand an alten Dokumenten im Laubacher Stadtarchiv. (Foto: kgr)

Die Umbauarbeiten am städtischen Archiv sind nach rund neun Monaten abgeschlossen. Im letzten Jahr bereits wurde der Schritt der Umgestaltung in die Wege geleitet. Maßgeblich beteiligt an der Planung und der Ausführung des Umbaus war unter anderem Elisabeth Rößler, die Museumsbeauftragte des Laubacher »Fridericianum«; ebenso wirkten die ehrenamtlich tätige Archivarin Inge Zimmer und die in er Stadtverwaltung beschäftigte Ulrike Schima an dem Projekt mit.

Staubige Luft und die Folgen eines Wasserschadens hätten die im städtischen Archiv gelagerten Dokumente auf langfristige Sicht angegriffen, wie Rößler gegenüber der Gießener Allgemeinen sagte. Wo vorher Ordner und Akten in einem dunklen Raum bis unter die Decke gestapelt waren, steht nun ein moderner, begehbarer Archivschrank, dessen einzelnen Abteilungen sich aufziehen lassen. Das umgebaute und sanierte Archiv befindet sich im Keller des Rathauses. Durch die in dem ehemaligen Chemieraum der alten Schule vorherrschenden Temperaturen seien jedoch keine weiteren Maßnahmen wie etwa künstliche Temperierung oder Belüftung notwendig, erklärte Rößler.

Digitalisierung als nächster Schrittt

In rund 400 Kisten wurde das gesamte Archiv zunächst ausgelagert und beim Wiedereinzug in ein neues Ordnungssystem überführt. Dokumente aus Laubach, Altenhain, Gonterskirchen, Lauter und Röthges befinden sich momentan im Archiv. Überlegungen, weitere Archive aus dem Landkreis in das Laubacher zu überführen, um eine zentrale Dokumentensammlung zu schaffen, wurden angestellt. Freienseen, Wetterfeld, Ruppertsburg und Münster hätten noch eigene Archive, sonst sei die Geschichte des Landkreises nun in Laubach »adäquat gelagert«, wie Bürgermeister Peter Klug anlässlich eines Ortstermines sagte, an dem auch der lange Jahre im Laubacher Archiv ehrenamtlich tätige Eberhard Roeschen teilnahm. Es sei wichtig gewesen, ein richtiges Archiv für die Stadt zu schaffen, in dem es sich nun mit Freude arbeiten lasse, unterstrich der Verwaltungschef. 15 000 bis 20 000 Euro habe der Umbau gekostet. Seiner Meinung nach müsse die Stadtgeschichte das wert sein: »Geschichte und Kultur kostet Geld«, sagte Klug. In Zukunft soll die Einsicht der teils aus dem 16. Jahrhundert stammenden Dokumente beaufsichtigt werden. In der Vergangenheit hätten immer wieder Seiten gefehlt oder seien beschädigt worden, wie Rößler sagt. Dazu soll es eine externe Schulung für die Verwaltungsmitarbeiter geben. Der erste Schritt sei mit dem Umbau gemacht, auch die Digitalisierung des Archivs soll nach Angaben des Bürgermeisters irgendwann angepackt werden.

Noch müssen Zeitungsausschnitte, Baupläne und Co. in sogenannten »Findbüchern« gesucht werden. Möglich wäre, dass der Haushaltsplan bereits im Jahr 2020 eine Digitalisierung des Archivs zulässt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Archivare
  • Digitalisierung
  • Dokumente
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Kommunalverwaltungen
  • Museum Fridericianum Laubach
  • Peter Klug
  • Planung und Organisation
  • Laubach
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos