01. Juli 2018, 17:25 Uhr

Wohnungsmangel

Genossenschaft plant weiteren Neubau in Laubach

300 Namen stehen auf der Warteliste der Baugenossenschaft Laubach/Grünberg. Mit Neubauten und Erweiterungen geht diese jetzt verstärkt gegen den Mangel an.
01. Juli 2018, 17:25 Uhr
Sanieren statt neu bauen lautete über Jahre hinweg das Motto der Baugenossenschaft Laubach/Grünberg. In der Kantstraße 35-47 in Grünberg (Foto) etwa investierte man 2014 rund 350 000 Euro. Die Zeiten haben sich geändert, jetzt wird wieder gebaut. (Archivfoto: tb)

Vor wenigen Jahren noch kein Thema, ist das Problem jetzt auch in der Fläche akut: der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Wobei mit bezahlbar an dieser Stelle gemeint ist, dass auch die Masse an Normal- oder Geringverdienern sich die Miete leisten kann.

Die wachsende Nachfrage im Gießener Land spürt auch die Baugenossenschaft Laubach/Grünberg e. G., deren Wartelisten von Jahr zu Jahr länger werden. Aktuell suchen in Grünberg rund 200 Menschen, in Laubach gut 100, eine Wohnung. Der gemeinnützige Bauträger aber leistet seinen Beitrag zur Entschärfung der Lage: Aktuell wird ein Mehrfamilienhaus mit 16 Sozialwohnungen in Grünberg errichtet, zudem stehen Planungen für einen weiteren Neubau mit ebenso vielen Einheiten sowie die Aufstockung eines Objektes in Laubach an (Schottener beziehungsweise Schillerstraße).

Für das Haus in Grünbergs Konrad-Adenauer-Straße wird nächste Woche Richtfest gefeiert, im März 2019 sollen die ersten Mieter einziehen. Für das Objekt im Neubaugebiet der Nachbarstadt – zur Schottener Straße und damit in Südlage situiert – soll im Herbst die Vorplanung starten. Auf der Agenda steht dann auch – Stichwort »Singalumnat« – die verträgliche Einbindung in das künftige Wohngebiet mit seinen Dutzend Ein- bis Zweifamilienhäusern.

 

Grundstück von der Kommune?

 

»Noch steht nicht fest, ob es eine offene oder geschlossene Bauweise wird«, sagt Klaus Semmler im Namen des Vorstandes der Genossenschaft. Auch wenn es nur ein geschlossener Block werden sollte, so werde man doch auf eine gegliederte Architektur achten. Ein Kardinalthema der Gespräche mit der Stadt wird auch sein, wie eine »Unterdeckung bei der Bewirtschaftung« zu vermeiden ist. »Kostendeckend zu bauen, ist für uns ein Problem«, betont Semmler unter Hinweis auf die Miete von sechs Euro pro Quadratmeter, die der Kreis als Förderstelle für Sozialmieten festgesetzt hat. Ohne dass die öffentliche Hand dem gemeinnützigen »Häuslebauer« unter die Arme griffe, die Investitionskosten drückte, ginge es schon gar nicht. Neben Baukostenzuschüssen durch Land und Kreis sind die Kommunen in der Pflicht, sie steuern meist die obligatorischen 10 000 Euro je Wohnung bei.

Der Genossenschaft schwebt für Laubach allerdings als Alternative die Überlassung des Grundstücks in Erbbaupacht vor. Erste positive Signale aus der Verwaltung hat Semmler bereits vernommen. Klar aber ist: Letztentscheidende Instanz ist das Stadtparlament.

Der Abschluss der Vorplanungen für das 2,2-Millionen-Projekt wird für den Herbst avisiert, sodass rechtzeitig die Förderkontingente beim Sozialministerium gesichert werden könnten. Anfang 2019 sollen die endgültige Planung und Finanzierung stehen, das Jahr darauf könnte gebaut, wieder ein Jahr später bezogen werden.

Was den Zuschnitt der Wohnungen betrifft, so reagiert die Genossenschaft auf den gesellschaftlichen Wandel, den Trend hin zu kleineren, teils auch barrierearmen Wohnungen. Gerade in Laubach mit seinem Diakoniezentrum ist der laut Semmler spürbar, entsprechend werden gut die Hälfte der 16 Einheiten in der Schottener Straße Zweiraumwohnungen sein, der Rest wird drei oder mehr Zimmer haben.

 

Gut 250 Wohnungen im Bestand

 

In Grünberg übrigens ist die Nachfrage etwas anders strukturiert: Wohl auch wegen der guten ÖPNV-Anbindung ist der Anteil der Familien mit Wunsch nach einer größeren Bleibe dort höher.

Aber: Die Nachfrage steigt grundsätzlich, über alle Wohnungsgrößen hinweg. Zu beachten freilich ist, dass nicht wenige auf der Liste bereits Mieter der Genossenschaft sind, etwa nach dem Tod des Partners oder dem Auszug der Kinder eine kleinere Wohnung suchen. Oder in einem anderen, sanierten und/oder modernisierten Objekt. Auch auf diesem Feld investiert man Millionen, nutzt etwa bei der Erhöhung der Energieeffizienz die Finanzierungshilfen des Bundes (KfW).

Bleibt anzumerken, dass nicht alle Mieter in spe eine Sozialwohnung suchen, sondern eben nur eine bezahlbare. Die Genossenschaft ist da eine gute Adresse: In Grünberg umfasst der Bestand 149 Wohnungen in elf Objekten, in Laubach sind es 104 in zwölf Objekten, insgesamt 136 sind preisgebunden. Noch eine letzte Zahl: Die durchschnittliche Miete beträgt 4,57 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauten sind es besagte sechs Euro.

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